K IV auf der Kreta-Feier 2012

fahne1An der Kreta-Feier in Feldbach-Gniebing nahmen im Jahr 2012 auch mehrere Angehörige der Kameradschaft IV (kurz: K IV) teil. Sie waren Teil der Fahnenabordnung, wurden vom Organisator der Feier bei der Aufstellung zum “Schweigemarsch”, der Teil der Feier ist, begrüßt.

Wer ist die K IV und was macht sie?

Unter diesen kam der Kameradschaft IV (K IV), einer rechtsextremen Veteranenorganisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS, eine Schlüsselstellung zu. Die K IV versucht die Waffen-SS, die vom Nürnberger Gerichtshof als Teil der SS zu einer verbrecherischen Organisation erklärt wurde, als vierten Teil der Wehrmacht und damit als unbedenklich hinzustellen und leitet auch ihren Namen daraus ab. Seitens des Bundesministeriums für Inneres wurde 1992 eine Überprüfung der Tätigkeit der K IV eingeleitet. Bezug nehmend auf die Zeitschrift Die Kameradschaft stellte der damalige Innenminister Franz Löschnak fest, dass sie die Verbrechen des NS-Regimes verharmlose und die (Waffen-)SS glorifiziere. Die K IV kam etwaigen vereinsrechtlichen Schritten im Oktober 1995 durch eine freiwillige Selbstauflösung des  Bundesverbandes zuvor.” [1]

“Die Kameradschaft IV (K IV) ist eine noch immer mitgliederstarke, Ortsgruppen und Landesverbände umfassende rechtsextreme Veteranenorganisation ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS. Die K IV versucht die Waffen-SS, die vom Nürnberger Gerichtshof als Teil der SS zu einer verbrecherischen Organisation erklärt wurde, als vierten Wehrmachtsteil und damit als unbedenklich hinzustellen und leitet ihren Namen daraus ab.” [2]

Rechtliches

Konkret handelt es sich um den Landesverband Steiermark, der auch sonst an Feiern in der Umgebung teilnimmt, Kränze niederlegt. Die K IV ist ein angemeldeter und damit zugelassener Verein, seine Statuten widersprechen nicht dem Vereinsgesetz, Verbotsgesetz usw. Ihre Teilnahme kann also nur auf einer demokratiepolitischen und antifaschistischen Ebene thematisiert und problematisiert werden.

Auf den Fahnen der K IV, die zumindest 2012 und vermutlich auch davor an der Feier teilnahm, ist der Spruch “Unsere Ehre heißt Treue” um ein Balkenkreuz angeordnet. Es handelt sich dabei um den leicht abgewandelten Schwurspruch der SS, “Meine Ehre heißt Treue”.

Siehe dazu auch den Artikel auf diesem Blog: Rechtliches zur Waffen-SS und 14.Waffen-SS-Division

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Bürgermeister und Stadträte als Hausherren der K IV

Wie gern und oft unterstrichen wird ist die Feier von der Stadt Feldbach getragen. Tatsächlich ist in einem Bericht über die Feier zu lesen: “Als Hausherren gaben sich der Vizebürgermeister der Gemeinde Gniebing-Weißenbach, Ing. Johann Schadler und als Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Feldbach Finanzstadtrat Alfred Rebernik die Ehre.” [3]

Und auch der Bürgermeister von Gniebing ist sich seiner Sache sicher. So ist im Standard zu lesen: “In letzter Zeit sei ihm bei der als Kreta-Feier bekannten Veranstaltung in seinem Ort „nichts Problematisches aufgefallen“, sagt der Bürgermeister von Gniebing bei Feldbach, Manfred Promitzer (VP). Die Gedenkveranstaltung findet alljährlich beim Fallschirmjägerdenkmal in seiner Gemeinde, die auch als Veranstalter fungiert, statt. Promitzer gibt an, seit 15 Jahren an der Feier teilzunehmen.” [4] Im selben Artikel gibt er an, dass ihm bewusst ist, dass auch die K IV an der Feier teilnimmt.

Quellen:

[1] Der Ulrichsberg – Fakten und Zahlen. In: Friede, Freude, deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 87.

[2] DÖW: Kameradschaft IV (K IV) / Die Kameradschaft, online: http://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/rechtsextreme-organisationen/kameradschaft-iv-k-iv-die-kameradschaft

[3] Zum Gedenken der gefallenen Kameraden der Gebirgs- und Fallschirmjägertruppe 2012, online: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/berichte/kameradengedenken/2012/bericht_kameradengedenken_2012.htm

[4] Der Standard/Colette M. Schmidt: „Problematische“ Besucher – Gemeinde ist Veranstalter umstrittener Gedenkfeier. Der Standard vom 24. August 2012, S. 10.