Treue um Treue – Kreta-Feier in Feldbach

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So tritt bis heute – nicht nur bei Zeitzeugen, sondern auch bei nachfolgenden Generationen – die Tatsache in den Hintergrund, dass die österreichische Bevölkerung durch den bedingungslosen Einsatz der Alliierten Truppen, und hier an vorderster Front der Roten Armee, vom NS-Regime befreit worden ist.”0

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Kreta-Feier im Jahr 2009 Bildquelle 1

Seit knapp 60 Jahren treffen sich jährlich Mitte Mai Veteranen von Gebirgsjäger- und Fallschirmjäger-Einheiten des Dritten Reiches in Gniebing, nahe Feldbach in der Südoststeiermark. Es gilt bei dieser Feier zweier Schlachten der Wehrmacht zu gedenken: Der Eroberung Kretas durch deutsche Fallschirmjäger und Gebirgsjäger im Jahr 1941; Und die Eroberung der von der Roten Armee befreiten Stadt Feldbach durch Fallschirmjäger und Waffen-SS im Jahr 1945. Veteranenorganisationen der Wehrmacht und SS, deutschnationale Burschenschaften, Lokal- und BundespolitikerInnen, Militärgeistliche und weitere “Würdenträger”, Bundesheer und Polizei geben sich ein Stelldichein, betrauern die Toten, den Heldenkampf und versichern sich gegenseitig “ewiger” und “wahrer” Werte.

Die Anfänge: “Die geschichtlich einmaligen Taten der Edelweißsoldaten”

Am 7.Februar 1954 trafen sich in Graz Veteranen verschiedener Gebirgsjäger-Einheiten aus Wehrmacht, SS und Waffen-SS und schlossen sich zum “Geselligkeits- und Unterstützungverein ‘Edelweiß’” zusammen.1 Es galt “die Erinnerung an die geschichtlich einmaligen Taten der Edelweißsoldaten auch für fernere Generationen zu bewahren.”2 Am 14.März 1954 folgte die Gründung eines Ablegers des Edelweiß-Vereins in Feldbach, zu Pfingsten 1954 (Anfang Juni 1954) fand bereits ein breit eingeladenes Edelweiß-Treffen in Feldbach statt.3 Die Gründung dieses Vereins reiht sich ins Muster der sich zwischen 1950 bis 1960 konstituierenden Kameradschaftsverbände: Wurden bis in die frühen 1950er Organisationsversuche von Veteranenorganisationen durch die Alliierten noch rigide unterbunden,4 wurde dies – je nach Bundesland und Verein unterschiedlich – ab Anfang der 1950er Jahre möglich: Die West-Alliierten gaben ihre Vorbehalte gegenüber Vereine ehemaliger Soldaten des Dritten Reiches auf, vorrangig unter Eindruck des Kalten Krieges und des Kampfes gegen die Sowjetunion; Der Antibolschewismus beider stellte dabei ein ideologisches Band dar. Bei der Gründung der Edelweiß-Kameradschaft wird explizit auf die Gründung der “Kameradschaft ehemaliger Gebirgsjäger” in Kärnten/Koroška durch den “Kameraden Blasius Scheucher” hingewiesen;5 die beiden letztgenannten waren maßgeblich an der Etablierung des Ulrichsbergtreffens beteiligt. Auch die Gründung des “Kameradenkreis der Gebirgstruppe”, der das Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald ausrichtet, fällt in diese Phase.6 Der “Geselligkeits- und Unterstützungverein ‘Edelweiß’” wurde später in “Kameradschaft vom Edelweiß” umbenannt und zahlreiche regionale Ableger entstanden, 1966 etwa jener in Bad Gleichenberg.7 1974 ließ die “Kameradschaft vom Edelweiß” eine Tafel im Ehrenhain des Ulrichsbergs anbringen und es kann wohl angenommen werden, dass sie an der Feier teilnahmen.

Nicht wenige Österreicher sagen heute: ‘Wir haben den Krieg verloren’, und identifizieren sich damit nachträglich mit den Nazis. Daß Österreich den Krieg gewonnen hat, in dem die Nazis ihn verloren, ist nicht allgemeines Gut.”8

Historische Bezüge

Zwei Operationen des Dritten Reichs sind historische Bezüge, die seit der Gründung der Kameradschaft vom Edelweiß transportiert werden und heute auf deren Homepages, auf den Einladungen und während der Feiern weitergetragen werden: Die Eroberung Kretas im Mai 1941 und die Rückeroberung der schon befreiten Stadt Feldbach im April 1945.

Bezug 1: “Der heldenhafte Einsatz der Fallschirmjägertruppe bei der Rückeroberung Feldbachs in der Osterwoche 1945 ”9

Feldbach befindet sich in der Südoststeiermark, etwa in der Mitte des Raabtales zwischen Graz und heutiger Staatsgrenze, ist Bezirkshauptstadt des gleichlautenden Bezirks. Seit der Überlegung, den Bezirk Feldbach mit einem Nachbarbezirk zum Bezirk “Vulkanland” zusammenzulegen, ist er auch außerhalb des Bundeslandes bekannt.10 In Feldbach befand sich bis 1945 eine Kaserne der Waffen-SS, weiters mehrere Lager mit jüdischen ZwangsarbeiterInnen die beim Stellungsbau eingesetzt wurden, ebenso ein Kommando für den Bau des “Ostwalls” und ein wichtiger Bahnhof sowohl für militärische Belange als auch für den Verschub der für den Stellungsbau notwendigen Zwangsarbeits-Arbeitskräfte. Darauf soll an anderer Stelle noch im Detail eingegangen werden. Feldbach wurde aber vor allem Schauplatz der “heldenhaften Verteidigung” gegen die Rote Armee Anfang April 1945.

…die Flut aus dem Osten.”11

Im März und April 1945 stand die Rote Armee kurz davor Österreich von Osten und Südosten her zu befreien. Am 29. März wurde die “Reichsgrenze” überschritten,12 schon am 3.April begann die Befreiung Wiens. Zu diesem Zeitpunkt strömten über Kärnten/Koroška und die Steiermark zahlreiche Verbände der Wehrmacht und (Waffen-)SS nach Österreich zurück; die meisten hatten den Glauben an den Endsieg schon lange aufgegeben und versuchten ausschließlich von den Westalliierten statt der Roten Armee gefangen genommen zu werden um einer Strafverfolgung durch den “slawischen-bolschewistischen Untermenschen”13 zu entgehen.

Nicht so die südoststeirische Bevölkerung, die lokalen NS-Funktionäre und die in der Steiermark stationierten Verbände. Bevölkerung und NS-Funktionäre hatten bisher vom Krieg nur aus der Wochenschau gehört, hatten bis dahin kaum Entbehrungen zu erleiden und profitierten von den ZwangsarbeiterInnen. Teils wird auch berichtet, dass auch im Jahr 1945 noch an den Endsieg geglaubt wurde – insbesondere durch den Einsatz von “Wunderwaffen”.14 Deshalb war es auch naheliegend bis zuletzt ZwangsarbeiterInnen zu zwingen an der “Reichsschutzstellung” zu bauen: Die Wehrmacht sollte bei Herannahen des Feindes die Stellungen besetzen und das traute Heim vor den russischen Horden beschützen. Die militärhistorische Betrachtung des “Endkampfs in der Steiermark” unterscheidet sich dabei nicht nur um Nuancen: Während die Befreiung der Steiermark von einigen Historikern durchaus nüchtern beschrieben wird,15 lassen andere – darunter der Veranstalter der Kreta-Feier Josef Paul Puntigam – gehörigen Pathos mitschwingen.16 Zentraler Schauplatz dieser Heldengeschichtsschreibung ist Feldbach, dem militärisch sowohl aufgrund seiner Lage im Raabtal als auch wegen seiner Lage zwischen zwei Wehrmachts-Armeen eine besondere Rolle zukam.

Befreiung durch die Rote Armee

Feldbach wurde am 1.April 1945 von der Roten Armee befreit, durch den Umstand begünstigt, dass Feldbach und das ganze Raabtal nur schlecht verteidigt war, da es genau an der Grenze zwischen zwei Verteidigungsabschnitten lag17 und ein Vormarsch leicht möglich war. Die Rote Armee ließ Feldbach jedoch nur schwach besetzt zurück und setzte ihren Marsch auf Graz fort. Schon am 1.April erhielt ein Großteil der Verbände der Roten Armee den Befehl sich an der Befreiung von Wien zu beteiligen, dem Rest wurde befohlen sich zurückzuziehen.18 Auf deutscher Seite wurden zu diesem Zeitpunkt Truppen gesammelt: schlecht ausgerüstete, nicht eingespielte und zum Teil in Grazer Lazaretten aufgesammelte Truppen19 wurden zusammengezogen und ins Raabtal geschickt um die Panzer der Rote Armee aufzuhalten. Bei Puntigam liest sich die Verteidigung dieses Bereiches so: “Die Soldaten der 3. und 4. Kavalleriedivision, der 13. SS-Gebirgsdivision, der 16. SS-Panzergrenadierdivision “Reichsführer-SS” (RFSS), der 14. SS-Waffengrenadierdivision Ukraine und der 9.SS-Panzerdivision “Hohenstaufen” stemmten sich gemeinsam mit den Jägern der 1.Volksgrenadierdivision, der 118.Jägerdivision und des Gebirgsjägerersatzregimentes 138 gegen die Flut aus dem Osten.“20

Rückeroberung durch Wehrmacht und (Waffen-)SS

Es gelang Feldbach von der Roten Armee zurückzuerobern: Beginnend mit 4. April wurde Feldbach von drei Richtungen her angegriffen: Von Westen her näherte sich eine Fallschirmjäger-Einheit (10. Fallschirmjäger-Division) mit rund 500 Soldaten, die gerade zufällig aus Italien kommend im Raum Graz eintraf21, aus Südwesten die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (siehe dazu auf diesem Blog: Gedenken für die Waffen-SS in Feldbach) mit rund 1.200 Soldaten,22 dazu etliche Panzer und weitere Verbände, insgesamt rund 2750 auf Seiten des Dritten Reichs. Ihnen standen in Feldbach rund 500 Soldaten der Roten Armee gegenüber.23 Am 5.April 1945 startete der Großangriff, zu Mitternacht war die Stadt bis auf einige versprengte RotarmistInnen rückerobert.

Der Angriff kostete den schlecht ausgerüsteten und kaum aufeinander eingespielten Verbänden, insbesondere den Fallschirmjägern, viele Opfer.24 Die Wahrnehmung der daran Beteiligten, die auch Eingang in die Ortsgeschichte gefunden hat, berichtet natürlich anders. Ein damals 19-jähriger SS-Freiwilliger darüber: “Feldbach war am Nachmittag des 5.April 1945 wieder fest in der Hand deutscher Soldaten. (…) Dieses war nur ein Beispiel von vielen, denn da wo die deutschen Soldaten sich zum Angriff sammeln konnten, lief der Gegner davon.”25 Und der Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi, der jährlich zur Heldengedenkfeier in Feldbach-Gniebing lädt, berichtet ebenso vom „heldenhafte Einsatz der (…) 10. Fallschirmjägerdivision in den letzten Kriegswochen 1945”26

Feldbach wurde zum Bollwerk”27

Die Rückeroberung erfüllte gleich mehrere Funktionen. Erstens berichtete die deutsche Propaganda, so etwa auch der Wehrmachtsbericht, über das wieder eroberte Feldbach,28 wodurch das Unternehmen auch eine propagandistische Bedeutung für den im April 1945 eingebrochenen “Durchhaltewillen” in der “Alpenfestung” erhält. Während Wien in den ersten April-Tagen befreit wurde, gelingt im steirischen Grenzland die Rückeroberung von Städten. Auch als am 27.April 1945 die Unabhängigkeit Österreichs proklamiert wird, weiters am 28. April Mussolini und am 30. April Hitler sterben, dauert die Verteidigung Feldbachs bis in den Mai hinein weiter an.

Zweitens wurden durch die Beendigung des alliierten Vorstoßes den fliehenden Verbänden der Wehrmacht, SS und sonstiger auf Seiten des Dritten Reiches kämpfender Einheiten eine Flucht nach Westösterreich ermöglicht. Parallel dazu wurden dadurch auch die Todesmärsche aus den verschiedenen Außenlager des KZ Mauthausen und der verschiedenen Einsatzorte jüdischer ZwangsarbeiterInnen gedeckt: Die Todesmärsche begannen meist März 194529 und zogen alle über Graz; die Rückeroberung/Verteidigung Feldbachs ermöglichte somit – wissentlich oder zufällig – die Durchführung der Todesmärsche.

Dass die “Kreta-Feier” in Gniebing eben auch damit begründet wird, dass es 1945 “galt […] den Vorstoß der Roten Armee in das Raabtal zu stoppen und damit die vielen Flüchtlinge, Verwundeten und zurückflutenden Heeresverbände vor einer Katastrophe zu bewahren”30 erhält unter Bedachtnahme dieser vor Ort kaum bekannten historischen Vorgänge eine makabre Bedeutung. Diesem nicht zutreffenden Bild stehen etwa Berichte von bereits zusammengestellten Todesmärschen, die zu spät aufbrachen oder zu langsam waren, von der Roten Armee befreit und in Ungarn medizinisch versorgt wurden, gegenüber.31

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Begeisterter Bericht über die Feier auf der Seite der Stadt Feldbach, mittlerweile entfernt. Bildquelle 2

Diese Helden-Geschichtsschreibung wurde und wird von Veteranen-Zeitzeugenberichten und der Traditionspflege der Veteranenorganisationen aktiv weitergetragen und ist – wie später gezeigt werden wird – tief in der Lokalpolitik und Gesellschaft verankert. Auf Homepages der regionalen Tourismuswerbung32 findet sich dieser Blick auf die Geschichte ebenso wie in Schriften zum Jubiläen des Kriegsendes (1995, 2005)33. Auch die Stadt Feldbach übernimmt den Wehrmachts-Pathos unhinterfragt. So heißt es dort betreffend der Feier im Jahr 2011 unter dem Titel „Zum Gedenken der gefallenen Fallschirmjäger“: „Aufgrund des heldenhaften Einsatzes der Fallschirmjägertruppe bei der Rückeroberung Feldbachs in der Osterwoche 1945 wurde im Jahr 1954 eine würdige Erinnerungsstätte, das Fallschirmjägerdenkmal auf dem Auersberg in Gniebing bei Feldbach, errichtet.“34

Erst am 8.Mai 1945 wurde Feldbach in Folge der Gesamtkapitulation der Deutschen Wehrmacht aufgegeben und ein zweites Mal von der Roten Armee befreit; Es war bei seiner Befreiung am 8.Mai total zerstört da es durch Befreiung, Rückeroberung und die einmonatige Verteidigung gegen die Rote Armee de facto zu einem rein militärischen Spielball wurde. Die Wiedereroberung Feldbachs erfolgte auf Basis militärischer und propagandistischer Überlegungen. Der “heldenhafte Einsatz (…) bei der Rückeroberung Feldbachs” diente der Aufrechterhaltung des Dritten Reichs für weitere fünfeinhalb Wochen.

Bezug 2: Der Überfall auf Kreta

Landung deutscher und österreichischer Fallschirmjäger und Gebirgsjäger auf Kreta, 20.Mai 1941. Bildquelle 3

Griechenland war bis Ende 1940 kein Schauplatz des Zweiten Weltkrieges. Es bestand eine Beistandsverpflichtung vom 13.4.1939 des Vereinigten Königreichs für Griechenland,35 die deutsche Führung konzentrierte sich auf die Vorbereitungen für den Überfall auf die Sowjetunion. Als Ende Oktober 1940 Italien als der Bündnispartner Deutschlands Griechenland den Krieg erklärte und sodann das griechische Festland eroberte reagierte das Vereinigte Königreich und besetzte Kreta. Deutschland ging dazu über Italien zu unterstützen und eroberte Griechenland und Jugoslawien Anfang April 1941. Am 25.April 1941 erging die Weisung, die Eroberung Kretas vorzubereiten – vermutlich erst auf den Druck hoher Militärs hin.36 Das Unternehmen wurde dem österreichischen Generaloberst Alexander Löhr übertragen, an der Eroberung waren das XI.Fliegerkorps und die ebenfalls österreichische 5.Gebirgsdivision nebst Teilen der 6.Gebirgsdivision beteiligt.37 Am 20.Mai 1941 startete die Luftlandung der deutschen Fallschirmjäger, am 27.Mai zogen sich die Alliierten zurück.38

Massaker in Kondomari Κοντομαρί am 2. Juni 1941. Bildquelle 4

Die kretische Bevölkerung leistete – zur Überraschung der Wehrmacht ebenso wie der abziehenden Alliierten – starken Widerstand, ohne von den Alliierten dazu aufgefordert oder ausgerüstet worden zu sein.39 Noch während des Überfalls bildeten sich erste Widerstandsgruppen40, es folgten Sabotage-Aktionen und Angriffe von ZivilistInnen auf die Soldaten der Wehrmacht.

Die Besatzer reagierten mit Vergeltungs- und Sühnemaßnahmen. Kurt Student wies als Befehlshaber den Besatzungstruppen auf Kreta am 31.Mai 1941 an: „Jetzt ist die Zeit gekommen, allen derartigen Fällen planmäßig nachzugehen, Vergeltung zu üben und Strafgerichte abzuhalten, die auch als Abschreckungsmittel für die Zukunft dienen sollen. Ich beabsichtige, in dieser Richtung mit äusserster Härte vorzugehen. (…) Als Vergeltungsmaßnahmen kommen in Frage: 1.) Erschiessungen 2.) Kontributionen 3.) Niederbrennen von Ortschaften (vorher Sicherstellung aller Barmittel, die restlos den Angehörigen zugute kommen sollen) 4.) Ausrottung der männlichen Bevölkerung ganzer Gebiete. (…) Es kommt nun darauf an, alle Maßnahmen mit größter Beschleunigung durchzuführen, unter Beiseitelassung aller Formalien und unter bewusster Ausschaltung von besonderen Gerichten. Bei der ganzen Sachlage ist dies Sache der Truppe und nicht von ordentlichen Gerichten. Sie kommen für Bestien und Mörder nicht in Frage.“41

Massaker in Kondomari Κοντομαρί am 2. Juni 1941. Bildquelle 5

Mit diesem Befehl, dem ähnliche folgten, war schon 1941 das vorweggenommen was später den “Partisanenkrieg” auszeichnen sollte: Freie Hand für Soldaten Übergriffe, Sühnemaßnahmen und Vergeltungen gegen die Zivilbevölkerung durchzuführen. Am 3.Juni wurde das Dorf Kandanos von deutschen Einheiten heimgesucht, alle Häuser zerstört und rund 300 Personen hingerichtet oder in den Häusern verbrannt. Die Zerstörung wurde dort sogar verewigt: Die Fallschirmjäger stellten eine Tafel auf, auf der zu lesen war: “Zur Vergeltung der bestialischen Ermordung eines Fallschirmjägerzuges und eines Pionierhalbzuges durch bewaffnete Männer und Frauen aus dem Hinterhalt wurde Kandanos zerstört.”42

Die kretische Bevölkerung wurde in den auf die Eroberung folgenden Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen43 und ein System der “Kollektivhaftung” eingeführt das selbst dem damals schwach ausgeprägten Kriegsrecht widersprach.44 Die Repressalien der brutalen deutschen Besatzungspolitik Griechenlands sind in der griechischen und kretischen Geschichtsschreibung sehr stark verankert, was sich 2011/2012 etwa an Merkel-Hitler-Vergleiche in Griechenland im Zuge der Debatte um die Euro-Krise zeigt.45

Ablauf der Feier

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Die Gedenk- und Widmungstafeln am Denkmal (2012).

Das Denkmal befindet sich auf einem Hang (auch: Auersberg) in der Gemeinde Gniebing, das sich sehr nahe bei der Bezirkshauptstadt Feldbach befindet. Es besteht aus einer 13 Meter hohen Steinsäule auf der ein Adler im Sturzflug sitzt, auf dem Denkmal selbst sind mehrere Tafeln angebracht: Eine mit der Widmung “Hier kämpften und fielen in den ersten Apriltagen des Schicksalsjahres 1945 deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.” und eine weitere erläuternde Tafel, die Errichtungsdatum (1954), Errichter (Kameradschaft Steiermark ehemaliger Fallschirmjäger) und Renovierungsdaten (1988, 2002) ausweist. Am Boden liegend befindet sich eine große Platte mit einem eingravierten Wehrmachts-Fallschirmschützenabzeichen und dem Schriftzug “Kretas Erde”. Dies dürfte sich auf zwei kleine daneben angebrachte Behältnisse beziehen, die offenbar kretische Erde enthalten.

Das Denkmal ist mit einem rund 8 mal 12 Meter fassenden Hain umgeben auf dem wiederum Tafeln angebracht sind. Die Gedenkfeier findet seit 1954 immer rund um den 20. Mai statt – dem Tag des Beginns des Überfalls auf Kreta im Jahr 1941.

Vergleich TeilnehmerInnen 2007 zu 2011: Bundesheer, deutschnationale Burschenschaften, kriegsbegeisterte Militaristen, usw. bringen neue Masse. Bildquelle 6

Die TeilnehmerInnenzahl schwankt in der Rückschau auf die letzten fünf Jahre stark: 2008 nahmen kaum 30 Personen teil, 2011 und 2012 hingegen rund 200. Zumindest seit 2007 sammeln sich die TeilnehmerInnen auf einem 600 Meter entfernten Gasthaus-Parkplatz und marschieren als “Schweigemarsch” unter Trommelschlag zum Denkmal, das sich auf einem Hang befindet. Veteranen, RednerInnen, KranzträgerInnen und Ehrengäste nehmen im Hain Aufstellung, die Fahnenabordnungen außerhalb der Mauer. Neben Abordnungen der Ortsverbände der Edelweiß-Kameradschaft nehmen an der Feier Fahnenabordnungen des “Bund ehemaliger Fallschirmjäger – Kameradschaft Kratzert” (unter Vorsitz des Ritterkreuzträgers Viktor Vitali), der “Kameradschaft ehem. Fallschirmjäger Steiermark”, verschiedener Ortsgruppen des Österreichischen Kameradschaftsbundes und ähnlicher Vereine teil. Während in jedem Jahr Angehörige des Bundesheeres an der Feier teilnahmen, wurde im Jahr 2010 auch die Fahne des Bundesheer-Jägerbataillons 18 ausgeführt.46 Zumindest im Jahr 2012 waren auch zwei Abordnungen der K IV mit Fahnen anwesend, weiters die Fahne der schlagenden deutschnationalen Grazer Burschenschaft Allemannia samt dazugehöriger Schmissträger. Dazu kamen in manchen Jahren Fahnenabordnungen von k.u.k. Traditionsverbänden sowie Musikkapelle.

Das während der Feier gesungenen Edelweiß-Lied und das Fallschirmjäger-Lied stammen direkt aus dem Wehrmachts-Liederbuch.

Das während der Feier gesungenen Edelweiß-Lied und das Fallschirmjäger-Lied stammen direkt aus dem Wehrmachts-Liederbuch.

Die Mehrheit der BesucherInnen stellen Kameradschaftsverbände mit ihren Mitgliedern. Die zweitgrößte Gruppe stellten jedes Jahr Bundesheer-Soldaten dar. Dazu kommen Personen aus der Stadt Feldbach und der Gemeinde Gniebing, Lokal- und BundespolitikerInnen, Geistliche und Militärgeistliche. Über Jahre nahmen auch Polizisten in Uniform an der Feier teil. 2011 hielt, neben der Begrüßung durch den Veranstalter und Begrüßung durch einen Gemeindevertreter, ein Vizeleutnant des Bundesheeres und ein Militärgeistlicher je eine Rede. 2012 hielt Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Haupt als Repräsentant des Bundes Deutscher Fallschirmjäger eine Rede und fand sich darüber entzückt, dass man in Österreich so unbeschwert über das Vaterland sprechen dürfe: „Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.“47 Zum Programm gehören neben Steirischer Landes- und Österreichischer Bundeshymne das “Lied vom Guten Kamerad”, das Edelweiß-Lied und das Fallschirmjäger-Lied.48 Während das Lied vom “Guten Kamerad” zum fixen Repertoir jeder zünftigen Gedenkfeier gehört stellen die beiden letzten Lieder durchaus etwas besonderes dar: Zwar sind auch sie im Bundesheer weit verbreitet, stammen aber eigentlich direkt aus dem Wehrmachts-Liederbuch.

Die Kameradschaft vom Edelweiß stellt den Liedtext samt der Verbandsabzeichen der Wehrmacht zur Verfügung.

Die Veranstalter stellen den Liedtext samt der Verbandsabzeichen der Wehrmacht online. Bildquelle 7

Die Kameradschaft vom Edelweiß stellt den Liedtext auf seiner Homepage nicht nur zur Verfügung, sondern druckt darauf auch die Verbandsabzeichen der neun Gebirgsjägerdivisionen der Wehrmacht ab.49

Die Feier geht, wie dargestellt wurde, auf die direkte Nachkriegszeit zurück, die erste Feier fand vermutlich im Mai 1954 statt. Über den Ablauf der Feiern vor 2007 ist nichts bekannt, nicht einmal, ob die Feier jedes Jahr stattfand. Seit 2009 wird die Veranstaltung von Josef Paul Puntigam und dreier ihm nahe stehenden Vereinen ausgerichtet. Puntigam ist pensionierter Brigadier50 des Österreichischen Bundesheeres, war Infanteriechef des Bundesheeres und Kommandant der Jägerschule des Bundesheeres in Saalfelden. Im Herbst 2006 wurde er pensioniert und mit dem goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.51 Für die Ausrichtung einer solchen Gedenkfeier dürfte er durchaus ein Händchen haben: Seit 2009 nahm die TeilnehmerInnenzahl kontinuierlich zu.

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Veranstalter Josef Paul Puntigam geleitet einen Veteranen samt Ritterkreuz zum Denkmal, die auch während der Feier und mittels der Einladung namentlich begrüßt werden. Bildquelle 8

Dafür lassen sich einige gute Gründe finden: Zum einen war Puntigam selbst in der Feldbacher Kaserne stationiert und verfügt dort über hohes Ansehen und Kontakte.52 Zweitens ist Puntigam seit Jahrzehnten im Netzwerk der Veteranen-Organisationen fest verankert: So nahm er laut einer Parlamentarischen Anfrage der Grünen etwa am Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald teil, legte Kränze nieder und wurde als Vertreter des Bundesheeres begrüßt,53 selbst nachdem eine Teilnahme 2007 durch eine Weisung des Verteidigungsministers verboten wurde.54 Im September 2011 veröffentlichte die Plattform “Stoppt die Rechten”, dass Puntigam seine Teilnahme am Ulrichsbergtreffen angekündigt hat55, darüber hinaus ist der facebook-User „Josef Paul Puntigam“ auch Mitglied der facebook-Gruppe „Wir gedenken den Veteranen – Ulrichsbergtreffen 2011“.56 Schon zuvor war thematisiert worden, dass Puntigam in einer von ihm herausgegebenen Zeitschrift die Verbrechen der Wehrmacht relativiere57, auch sonst gern in rechten österreichischen (Zur Zeit)58 und deutschen (DMZ)59 Zeitschriften zu Wort kommt. Für das steirische Lokalblatt „Süd-Ost-Journal“ verfasste Puntigam immer wieder Kommentare. In einem forderte er einen Schlussstrich unter die NS-Aufarbeitung: „Das ständige Rülpsen und Blähen mit Faschismus und Nationalsozialismus, das ständige Vorzeigen irgendwelcher Zombies vergangener Tage, der laufende Missbrauch der Tat des Franz Jägerstätter wird zum Kotzen.“60 Jägerstätter hat ihn auch später noch umgetrieben: 2007 unterstützte er eine von Andreas Mölzer gestartete Kampagne gegen die Seligsprechung Jägerstätters.61 Auch auf militärhistorischem Gebiet hat Puntigam publiziert.62 Im erwähnten „Süd-Ost-Journal“ lässt er diese „Expertise“ auch nicht unerwähnt und betrauert etwa die „Wende von Stalingrad“ 1943, welche es dem „Kommunismus“ erlaubt hätte, „seine zerstörende und zersetzende, menschenfeindliche und gottesverachtende Kraft“ zu entfesseln.63 Sein letzter großer Wurf war jedoch das Vorwort zum Buch „Geheime Krieger“: Das Buch erschien 2006 im rechtsextremen deutschen Pour-le-Merite-Verlag64, Puntigam begrüßt die darin ausgeführte „ungebrochene Traditionslinie, die von den legendären ‚Brandenburgern‘ der Wehrmacht über die Antiterrorspezialisten der GSG 9 bis zum jüngsten deutschen Kommandoverband, dem KSK“65

Hier fielen deutsche Fallschirmjäger.”

Die Bezüge zum Krieg der Wehrmacht und SS ergeben sich ungezählte Male. Zu den in Stein gemeißelten Bezugnahmen – Adler, Fallschirmschützenabzeichen, Kreta-Schriftzug – und der Sprüche – “Hier kämpften und fielen (…) deutsche Fallschirmjäger. Getreu ihrem Eid und Gehorsam der beschworenen Pflicht.” – treten die Bezüge in den Schriften und Reden: 2012 hielt Oberleutnant a.D. der Bundeswehr Jochen Haupt als Repräsentant des Bundes Deutscher Fallschirmjäger eine Rede. Er fand sich darüber erfreut, dass man in Österreich so unbeschwert über das Vaterland sprechen könne: „Am Fallschirmjägerehrenmal in Feldbach/Steiermark fand ich folgende Inschrift: ‚Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben.‘ Dem heutigen deutschen Durchschnittsbürger ist das Wort Vaterland zumindest suspekt, für ihn spielt das Vaterland keine große Rolle mehr. Militärische Tugenden werden argwöhnig beäugt, Einsatz für das Vaterland erscheint heute vielen nach Jahrzehnten der Sicherheit und des Wohlergehens eher lächerlich. Umso mehr ist davon auszugehen, dass für die Mehrzahl der hier in Gottes Frieden ruhenden Deutschen Fallschirmjäger das Vaterland in ihren Wertevorstellungen ganz vorn stand. Über 4500 meist ganz junge Männer, viele unter 20 Jahre alt, gaben ihr junges Leben für ihre Überzeugungen.“66

Auch einer der einladenden Vereine wirbt mit der Bezugnahme auf die Wehrmachts-Operationen: “Der heldenhafte Einsatz der (…) 10. Fallschirmjägerdivision in den letzten Kriegswochen 1945 im Raum Feldbach-Mühldorf (…) für tausende Menschen im Raum Graz (…)”67 Nahezu wortgleich findet sich der selbe Bericht auf der Seite der Kameradschaft vom Edelweiß.68 Bei den Feiern selbst werden jedes Jahr alle Veteranen der Wehrmacht und SS namentlich begrüßt und ihre Geschichten erzählt. Die Veteranen nehmen dabei samt aller ihnen verliehenen Auszeichnungen des Dritten Reiches teil, darunter Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz, Eiserne Kreuze, Erdkampfabzeichen, Bandenkampfabzeichen und Kreta-Ärmelband. Auf dem vom Veranstalter auf seiner Homepage zur Verfügung gestellten Liedtext des Edelweiß-Liedes sind neun Verbandsabzeichen der Wehrmachts-Gebirgsjäger abgebildet69 und auch die Lieder selbst – das wie schon erwähnte Edelweiß-Lied und das Fallschirmjäger-Lied – stammen aus dem Wehrmachts-Liederbuch von 1941.70

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Der Spruch der Wehrmachts-Fallschirmjäger: “Treue um Treue”. Bildquelle 9

Das fällt aber nicht weiter ins Gewicht, denn auch bei dem auf etlichen Fahnen von Verbänden ehemaliger Fallschirmjäger aufgedruckten Spruch “Treue um Treue” handelt es sich um die Parole der Fallschirmjäger der Wehrmacht.71 Auch das Fallschirmschützenabzeichen, dessen Replika zahlreiche Teilnehmer der Feier auf dem Barett tragen, ist eine direkte Übernahme aus der Wehrmacht – wobei die Bestimmung durchaus kompliziert ist72. Im Luftwaffen-Verordnungsblatt vom 16. November 1936 ist das Fallschirmschützenabzeichen so beschrieben: “Das Fallschirmschützenabzeichen besteht aus einem hochstehend ovalen, leicht gewölbten, massiven Kranz, rechte Hälfte Lorbeer, linke Hälfte Eichenlaub, mit aufgesetztem massivem vergoldetem, gleitendem Adler mit Hakenkreuz in den Fängen. Die Adlerkonturen und das Hakenkreuz sind poliert.”73 Exakt so sieht das Fallschirmschützenabzeichen aus, das auf der Feier getragen wird und auch am Denkmal eingraviert ist – nur das Hakenkreuz fehlt.

K IV auf der Feier 2012

Fahne der (Waffen-)SS-Kameradschaft “K IV” bei der Feier 2012.

Auf den Fahnen der K IV, die zumindest 2012 und vermutlich auch davor an der Feier teilnahm, ist der Spruch “Unsere Ehre heißt Treue” um ein Balkenkreuz angeordnet. Es handelt sich dabei um den leicht abgewandelten Schwurspruch der SS, “Meine Ehre heißt Treue”.74 Siehe dazu ausführlich die Unterseite zur K IV auf diesem Blog.

Völlige Umorientierung,…

Die Traditions-, Soldaten- und Veteranenverbände befinden sich in einer ablehnenden Haltung der modernen Gesellschaft gegenüber, die sie durch Beschwörung alter und „wahrer“ Werten wie Kameradschaft, Treue, Ehre, Eidtreue usw. zu festigen versuchen. Eben diese Rückwärtsgewandtheit bedarf Anstrengungen diese Werte ins Heute zu übersetzen – die Ulrichsberggemeinschaft versucht dies etwa durch Versuche sich als “Europa-” und “Frieden-”Gedenkstätte zu positionieren.75 In Gniebing ist man sich noch nicht sicher was es werden soll. Ein Vertreter des Österreichischen Kameradschaftsbund versuchte 2012 der Gedenkstätte eine neue Bedeutung zu geben, in dem er sie als “Leuchtturm des Friedens” und den ÖKB als “größte Friedensbewegung Österreichs” bezeichnete. Ob er damit den Ton der Veteranen getroffen hat bleibt offen und abzuwarten.

Auch die Kommentare unter der Facebook-Einladung zur Kreta-Gedenkfeier für das Jahr 2011 und 2012 bieten interessante Umdeutungen. So ist da etwa zu lesen, dass „nicht das Gedenken an Kreta und der Kämpfe stand mehr im Vordergrund, sondern das Gedenken an die Entstehung der demokratischen Republik Österreich im Jahre 1945!“. Ob es sich dabei um Wunschdenken oder nicht angenommene Programmatik handelt ist unklar, jedenfalls werden diese Statements sonst nicht weiter aufgegriffen. Auch die Tatsache, dass das Denkmal 1954 errichtet wurde, wird in einem Kommentar als republikanische Verfasstheit der Stifter umgelogen: “Die Errichtung erfolgte ja auch am Vorabend des österr. Staatsvertrages und der wirklichen Freiheit Österreichs, (…). Das Denkmal als solches ist aber ein Denkmal der 2. Republik, der Demokratie und der wieder erlangten Freiheit unserer Heimat”. De facto ist dieses Denkmal und die Tatsache, dass dieses 1954 errichtet werden konnte, ein historisches Zeugnis für den Antibolschewismus bzw. Antislawismus der ost- und südösterreichischen grenznahen Gebiete wie auch der Integrationspolitik der Zweiten Republik für ehemalige Soldaten des Dritten Reiches.

…dem Feind von früher die Hand reichen,…

Auch wurde seitens der Veranstalter mehrmals angekündigt, dass schon für das Jahr 2012 VeteranInnen der Roten Armee und Nachkommen ehemaliger Kreta-PartisanInnen geladen gewesen wären – und 2013 dann sicher kämen. In Facebook-Postings und Briefen an Zeitungen wie KritikerInnen werden diese Ankündigungen immer umfassender: Bald würden auch die „Militärattachés von Russland, Griechenland und Deutschland“ an der Feier teilnehmen oder aber „im Jubiläumsjahr 2015 eine zusätzliche Tafel“ errichtet werden damit man die bestehenden nicht mehr „falsch“ verstehen könne. Und wahrscheinlich ist bald zu hören, dass die Nachkommen kretischer PartisanInnen und ermordeter ZivilistInnen eingeladen werden, oder Nachkommen der zur Zwangsarbeit gezwungenen ungarischen JüdInnen, usw. Dieser Wunsch nach Versöhnung und Verbrüderung unter ehemaligen militärischen Gegnern ist durchaus verbreitet und hat für die deutschen und österreichischen Soldaten eine äußerst wichtige Funktion: Sie werden im Nachhinein zu “normalen” Soldaten gemacht. Ein amerikanischer Soldat, der losgeschickt wurde um Europa vom Faschismus zu befreien, und ein Soldat der Wehrmacht, der losgeschickt wurde um am Vernichtungswerk des Dritten Reichs teilzuhaben, werden damit auf die selbe Stufe gesetzt: Beide hätten nur eine Pflicht erfüllt, hätten keine Ahnung von Politik und Ideologie. Was schon für Soldaten der Wehrmacht problematisch ist, verschärft sich bei Soldaten der SS (oder Waffen-SS) nocheinmal. Wie stark dieses Bedürfnis nach der Anerkennung der ehemaligen Gegner ist, zeigt sich sowohl am Ulrichsberg, wo immer wieder öffentlich angedacht wird auch Tafeln von „Kriegsgegnern“ anzubringen, als auch schon in der Puntigam-Publikation von 199376. Die Nachkommen von PartisanenInnen oder ermordeter ZivilistInnen einzuladen ist in seiner Bedeutung noch perfider: Die Soldaten der Wehrmacht auf die gleiche Stufe mit durch nationalsozialistische Sühnemaßnahmen ermordete ZivilistInnen zu stellen führt zu einer Nivellierung von Täter und Opfer.

…in “einer Zeit, in der das Abnormale mit einem Gütesiegel versehen wird”.

Die Rede des Militärgeistlichen spielt eine zentrale Rolle der Feier. Einerseits weil dadurch der Feier eine größere Akzeptanz nach Außen hin gegeben wird, andererseits weil der konkrete Militärgeistliche – Toni Schneidhofer – seine Gesinnung klar zum Ausdruck bringt: Der Tag der Kreta-Feier sei für ihn – neben dem Muttertag – der wichtigste Tag im Mai, denn die Männer, denen hier gedacht werde, “gaben ihr Leben im Ringen der Völker” und “Helden sterben nie vergebens”. Mit einem “Denkmal für Deserteure haben wir als Fallschirmjäger sicher nichts am Hut”, es gelte vielmehr so einem Vorhaben, in “einer Zeit, in der das Abnormale mit einem Gütesiegel versehen [werde]”, entgegenzutreten.

Auch der bereits erwähnte BDF-Repräsentant Jochen Haupt baute in seine Grußbotschaft Botschaften über den Zeitgeist ein: Der Spruch “Die für das Vaterland starben, ehren wir am besten, wenn wir für das Vaterland leben” würde in Deutschland nicht mehr denkbar sein, er wisse auch nicht warum, aber es gäbe eine ganz starke und aufgeladene Haltung gegenüber diesem Begriff vom ‘Vaterland’. Deshalb sei es eine Freude, dass dies hier möglich ist.

Eigentum und Errichtung

Das Denkmal wurde 1954 errichtet, also zu einem Zeitpunkt an dem vielerorts Kriegerdenkmäler an die Soldaten des 1. Weltkrieges mit Tafeln um ein Gedenken an die Soldaten des Zweiten Weltkrieges erweitert wurden. Nur selten aber wurden gänzlich neue Denkmäler errichtet, etwa am Ulrichsberg. Wem der Grund auf dem Denkmal gehört ist nicht ganz klar, sehr wahrscheinlich ist es Gemeindegrund, da der Bürgermeister von Gniebing immer als “Hausherr” begrüßt wird. Das Denkmal wurde mindestens zweimal renoviert, 1988 und 2002, sehr wahrscheinlich auch mit Mitteln der Gemeinde Gniebing und Feldbach. Wann im Jahr 1954 das Denkmal errichtet wurde ist unklar: In einer Aussendung des “Geselligkeits- und Unterstützungverein ‘Edelweiß’”, dem Vorgänger der “Kameradschaft vom Edelweiß” von März 1954 ist etwas überraschend nicht die Rede von einem (neuen) Denkmal, auch nicht in Zusammenhang mit dem großen “Edelweiß-Treffen” am 5./6.Juni 1954 in Feldbach. Es ist anzunehmen, dass das Denkmal erst danach errichtet wurde. Edelweiß-Treffen waren kurz vor und vor allem nach 1955 in der Steiermark und Kärnten/Koroška sehr verbreitet, im Umfeld der Ulrichsberggemeinschaft waren Edelweiß-Feiern ebenso die erste Möglichkeit für Kameraden sich wieder zu vernetzen.

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Fallschirmjäger-Denkmal in Feldbach 2011, Fallschirmjäger-Denkmal in Chania 1941 – ein Sauhund der hier Ähnlichkeiten entdeckt…

Das Denkmal in Feldbach schaut nicht zufällig so aus: Es ist dem Fallschirmjäger-Denkmal nähe Chania auf Kreta nachempfunden. Das Chania Denkmal wurde noch 1941 errichtet, also direkt nach der Eroberung der Insel Ende Mai 1941. Es besteht aus einem steineren Obelisk samt einer Widmungstafel auf dem ein stürzender Adler sitzt, der in seinen Krallen das Hakenkreuz trägt. Das 1954 in Feldbach errichtete Denkmal setzt sich aus exakt diesen Komponenten zusammen, nur auf das Hakenkreuz wurde verzichtet. Das nebenstehende Bild zeigt die Einweihungsfeier des Fallschirmjäger-Denkmals in Chania im Jahre 1941 aus zwei Perspektiven, links ist die Fallschirmjäger-Feier in Feldbach im Jahr 2011 zu sehen.

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Links: Kreta, 1941, in den Fängen das Hakenkreuz. Rechts: Feldbach, heute, in den Fängen: ?

Sehr frappierend ist der Umstand, dass man sich 1954 in Feldbach nicht zuschade war, den Denkmals-Adler mit einer Hakenkreuz-Anlehnung zu versehen: Der Original-Adler auf Kreta steht auf einem gekippten Hakenkreuz, und der Feldbach-Adler auf einem gekippten “Etwas”.

Das Bundesheer und die Fantasieuniformen

Außer 2011 hat das Bundesheer nie an der Feier teilgenommen. Hier Bilder aus dem Jahr 2010 (sic!)… Bildquelle 10

Das Österreichische Bundesheer beteiligt sich seit Jahren an der Feier. Durch die Kasernierung des Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 in der nahen Von-der-Groeben-Kaserne besteht auch ein starker lokaler Bezug. Der Höhepunkt der Bundesheer-Beteiligung fand im Jahr 2011 statt: Ein junger Bundesheersoldat, der in der Feldbacher Kaserne stationiert gewesen war, verunglückte bei einem Schießunfall im Oktober 2009. Die Kreta-Feier im Jahr 2011 stand im Zeichen des Gedenkens an ihn, zu den Wehrmachts- und SS-Soldaten mischten sich trauernde Familienangehörige des Verunglückten. Dies war auch das Jahr mit den meisten TeilnehmerInnen, auch eine Abgeordnete zum Nationalrat war dabei. Der Bericht über ihre Teilnahme auf der Homepage der Stadt Feldbach ist leider schon verschwunden.77

2012 wurde es Bundesheer-Soldaten nach einem Artikel in der Tageszeitung „Der Standard“ kurzerhand verboten an der Feier teilzunehmen.78 Tatsächlich nahmen 2012 Bundesheer-Angehörige nicht in Uniform an der Feier teil, wurden aber als Angehörige des Bundesheeres durch die Redner und den Veranstalter begrüßt. Auch trugen manche der Bundesheer-Angehörigen nichsdestotrotz Uniformteile des Bundesheeres, etwa der Pfarrer.79

2008: Auch keine Bundesheer-Soldaten...

2008: Wieder keine Bundesheer-Soldaten… Bildquelle 11

Widersprüchlich sind die Behauptungen des Veranstalters Josef Paul Puntigam, demnach außer im Jahr 2011 kein Bundesheer an der Feier teilgenommen habe: In einer 2012 eingebrachten Anfrage wird Puntigam damit zitiert, dass “das Bundesheer zwischen 1954 bis 2010 nie eingeladen oder Veranstalter war”, außerdem “[d]as Bundesheer (…) als Institution 2007, 2008, 2009, 2010 und 2012 nicht eingeladen [war]! Daher hat das Bundesheer auch keine Truppen abgestellt!”80

Kreta-Feier 2009: Nicht-Bundesheersoldaten mit Nicht-Sturmgewehren des Nicht-Bundesheers… Bildquelle 12

Veranstalter und Verteidigungsministerium dürften sich auf eine absurde Sprachregelung verständigt haben: Dass jene Bundesheer-Soldaten in Bundesheer-Uniformen, mit Bundesadler auf Uniform und Baretten des Bundesheeres und mit Sturmgewehren des Bundesheeres bewaffnet zwar anwesend, aber Zivilisten in Fantasieuniformen gewesen wären. Das Verteidigungsministerium scheint diese Interpretation jedenfalls mitzutragen.81

Heute ist das Dreiländereck schöner denn je.”82

So tritt bis heute – nicht nur bei Zeitzeugen, sondern auch bei nachfolgenden Generationen – die Tatsache in den Hintergrund, dass die österreichische Bevölkerung durch den bedingungslosen Einsatz der Alliierten Truppen, und hier an vorderster Front der Roten Armee, vom NS-Regime befreit worden ist.”83

Selten wird ein Gedenken an Täter und Eliteeinheiten des Dritten Reiches so unverblümt bereitet wie in der Stadt Feldbach und Umgebung. Das Gedenken an Wehrmacht, SS und sonstiger Eliteeinheiten des Dritten Reiches scheint mehrheitlich unhinterfragt, ebenso das Bild der Roten Armee als Besatzer und “kindermordenden Horden aus dem Osten”.84

ZwangsarbeiterInnen beim Anlegen des Südostwalls, ubk. Datum. Bildquelle 13

Feldbachs “andere” Geschichte:

Feldbach hat auch eine andere Geschichte zu erzählen. In Feldbach befand sich bis 1945 eine Kaserne der Waffen-SS, weiters mehrere Lager mit jüdischen ZwangsarbeiterInnen die beim Stellungsbau eingesetzt wurden. Auch befand sich hier das Kommando für einen Bauabschnitt des “Südostwalls” und ein wichtiger Bahnhof sowohl für militärische Belange als auch für den Verschub der für den Stellungsbau notwendigen Zwangsarbeits-Arbeitskräfte. Als regionaler Knotenpunkt wurde Feldbach zum Schauplatz des NS-Alltags: Zwangsarbeit, Durchhalteparolen, Erschießungen.

Als der Zusammenbruch der Ostfront der Wehrmacht offensichtlich war, wurden ab Sommer 1944 Vorbereitungen zur Verteidigung des “Reichgebiets” getroffen, ab etwa Mitte Oktober 1944 mit dem Bau der “Reichsschutzstellung” vulgo “Südostwall”/”Ostwall” begonnen.85 Im Bereich der Steiermark (inklusive der 1941-1945 angegliederten “Untersteiermark”) waren sechs Bauabschnitte vorgesehen, einer davon war der “Bauabschnitt V Feldbach”. Zum Zweck des Anlegens von Panzer- und Schützengräben wurden ZivilistInnen, kriegsgefangene Soldaten und die vielen verschiedenen Stufen der Ost-ZwangsarbeiterInnen86 herangezogen, ingesamt wohl 50.000.87 Dazu kamen insgesamt rund 12.000 ungarische Juden und Jüdinnen,88 eine andere Quelle spricht von 40.000.89 Dieser Abschnitt umfasste eine breite Strecke zwischen Feldbach, Radkersburg an der heutigen Grenze und Mogersdorf im heutigen Burgenland.90 Im Bauabschnitt Feldbach wurden ab Jänner 1945 rund 3.000 Juden und Jüdinnen zur Arbeit gezwungen,91 am Stichtag 1. März waren von den insgesamt 13.535 eingesetzten Arbeitskräften 2464 Personen jüdisch,92 die zweitgrößte Gruppe waren ukrainische „Ostarbeiter“.93 Die Bauleitung des Abschnitts Feldbach befand sich in der Stadt Feldbach, ebenso die jeweiligen Stellen der mit dem Bau zuständigen “Organisation Todt”. Daneben bestand ein Kasernen- und Lagerkomplex der Waffen-SS in der Gleichenbergstraße in Feldbach: In ihr war einerseits das “2. SS-Baubataillon ‘Kama’” untergebracht. Es handelte sich dabei um einen aus der aufgelösten “23. Waffen-Gebirgs-Division der SS ‘Kama’” herausgelösten Verband.94 Außerdem befand sich hier seit zumindest 1942 ein Genesungslager, das vorrangig den zwei SS-Divisionen “Nordland” und “Westland” (SS-Genesenden-Bataillon) diente:95 Sobald Verwundete aus den Lazaretten entlassen waren wurden sie hierherverlegt um an Exerzier- und Schießübungen teilzunehmen, kurz darauf wurden sie zurück an die Front geschickt. Nach dem Baubeginn an der “Reichsschutzstellung” wurden spätestens Anfang 1945 eine größere Anzahl jüdische ZwangsarbeiterInnen in Feldbach untergebracht: Ein Teil kam in das aufgelassene Kloster (Grazerstraße), der größere Teil kam in einen eigenen Bereich des SS-Lagers. (Gleichenbergstraße)96

Täglich fuhr der Zug mit den Stellungsarbeitern um 6:30 Uhr vom Bahnhof Feldbach ab.”97

Die ZwangsarbeiterInnen wurden in geringem Ausmaß in der Stadt Feldbach selbst zur Arbeit gezwungen (Arbeit im Schotterwerk, Instandhaltungsarbeiten), zum größten Teil aber von hier zu den Schanzarbeiten per Zug transportiert,98 da Feldbach das Zentrum des Bauabschnitts in der Südoststeiermark war. Vorrangig fanden die Transporte aber in den Bereich um Jennersdorf und Mogersdorf statt.99 Am 25.März 1945 kam eine größere Anzahl Gefangene direkt in Feldbach zu Tode: Die Gefangenen befanden sich in Eisenbahnwaggons während der Bahnhof von alliierten Fliegern angegriffen wurden. Der Angriff forderte einige Tote, vor allem aber viele Verletzte und Schwerverletzte und ein „Durcheinander“ im routinemäßigen Einsatz der jüdischen ZwangsarbeiterInnen. Das “Problem” wurde dahingehend gelöst, dass die überlebenden jüdischen Zwangsarbeiter die Verletzten und Toten auf einen LKW laden mussten und alle zusammen zum nahen Mühldorfer “Judenfriedhof” gebracht wurden. Die Unverletzten mussten ein Grab ausheben. Nach Anlegen des Massengrabs wurden die Verletzten erschlagen oder erschossen und zusammen mit den bereits Toten begraben.100

Während eine spätere Kommission bei 16 der 27 Toten eindeutig Kopfschüsse als Todesursache ausmachen konnte stellt sich das “Drama vom Bahnhof” in der Dorfgeschichte anders da: An den Toten dieses Angriffs hätten klarerweise die Alliierten Schuld, andere Tote als jene der Alliierten hat es nicht gegeben: “Das grauenhafte Blutbad bei der Beschießung des ‘Judenzuges’ durch den Tieffliegerangriff der Amerikaner im Bahnhof von Feldbach ist für mich persönlich ein unvergeßliches Ereignis. Es gab viele Tote, zahlreiche Verletzte, schreckliches Angstgeschrei, durchlochte und blutbespritzte Waggons.”101 Dass die meisten Toten dieses Tages von örtlichen Nazis und der SS erschossen wurden, kommt in dieser Geschichte nicht vor.

In der direkten Umgebung von Feldbach befinden sich, neben dem Massengrab am Mühldorfer Friedhof (“Judenfriedhof”, “Russenfriedhof”) zahlreiche weitere Massengräber mit jüdischen Opfern (Paldau, Mühldorf, Edelsbach, u.a.102) Bereits im Februar 1945 wurde eine Flecktyphus-Epidemie unter den Inhaftierten durch “systematische Erschießungen von Kranken bekämpft”, dabei “die Morde durch Angehörige der Waffen-SS aus[ge]führt”.103 Der Feldbacher Dorfpfarrer “transportierte mit seinem Zweiradkarren vom SS-Lager viele tote Juden auf den Judenfriedhof am Steinberg nach Mühldorf. Auch geschlossene Kutschen mit Pferdevorspann standen mehrmals in Begleitung zweier SS-Soldaten [diesem] für den Totentransport zur Verfügung.”104

Insgesamt verloren durch das Anlegen der “Reichsschutzstellung” rund 33.000 Menschen ihr Leben.105 Dieses Verteidigungssystem war militärisch zwecklos und zum Zeitpunkt des Angriffs meist unbesetzt.106 Die Arbeiten wurden teils mit primitivsten Mitteln durchgeführt, die zur Arbeit gezwungenen Jüdinnen und Juden waren bereits vor der Zwangsarbeit durch Lager und Märsche geschwächt. Die unzureichenden Unterbringungsbedingungen, die fehlende medizinische Versorgung und die brutale Bewachung machten diesen Einsatz noch schlimmer.

Für uns junge Buben war es ein abschreckendes Bild. Jeden Tag hatten wir sie [die Juden, Anm.] zum SS-Lager in der Gleichenbergstraße gehen gesehen. Sie waren in einer Baracke hinterm Lager untergebracht.”107

Jüdische ZwangsarbeiterInnen bildeten, zusammen mit Roma und Sinti, die unterste Stufe der ausgeklügelten rassistischen Hierarchie an Zwangsarbeit dar.108 Die Verpflegung war nicht mehr als eine Hungerration, ab Herbst gab es kein Wasser weil die Brunnen zufroren.109 Schmutz, Unterernährung und Erschöpfung begünstigten den Ausbruch von Seuchen und Krankheiten. Eine ärztliche Behandlung war verboten.110

In vielen Städten der Steiermark war das Los der Jüdinnen und Juden sichtbar und allen BewohnerInnen bekannt, so auch im Raum Feldbach. Obwohl es einzelne HelferInnen gab, die den ZwangsarbeiterInnen etwa Brot zusteckten, „[schaute] die Mehrheit der Zivilbevölkerung (…) jedoch weg und schwieg.“111 Und das obwohl „kein Fall bekannt [ist], bei dem ein Helfer zu Schaden gekommen wäre.“112

Trotzdem erinnern heute nichts an ihre Qualen – ihren Bewachern und Mördern wurden hingegen Denkmale gesetzt.

Die Maschienenpistole als Serum gegen Flecktyphus”113

Zu den Todesmärschen kommen die zahlreichen Massaker im Raum Feldbach. In einer aktuellen Auflistung von 48 jüdischen Massengräber114 in der Steiermark befinden sich fünf im direkten Umfeld von Feldbach,115 weitere 9 im Bereich des Feldbacher Bauabschnitts116.

Kranke ArbeiterInnen wurden nicht gepflegt, sondern „isoliert“ und dem Tod überlassen; die ZwangsarbeiterInnen mieden es in diese „Sanatorien“ und „Lazarette“ zu kommen.117 Die Todesrate unter den ArbeiterInnen war auch ohne Erschießungen und Übergriffe sehr hoch.118

Als im Februar 1945 erneut in vier Lagern von jüdischen ZwangsarbeiterInnen aufgrund der katastrophalen hygienischen Bedingungen Flecktyphus ausbrach, wurde wieder angeordnet die Kranken zu isolieren. Die Ermordung der Kranken aus Feldbach ordnete die Gauleitung an, die Erschießung übernahme die örtliche Waffen-SS.119

Die Isolierten aus St. Anna am Aigen, Kalch-Neuhaus am Klausenbach und Jennersdorf wurden in Folge von Angehörigen der Waffen-SS ermordet.120 Auch in Klöch wurden Ende März 1945 26 erkrankte Juden auf Anordnung der Feldbacher Kreisleitung für einen Transport zusammengestellt, von einem LKW abgeholt und von Volkssturmangehörigen in zwei Gruppen ermordet.121 Kurz darauf musste Klöch bereits evakuiert werden: Die verbleibenden ZwangsarbeiterInnen wurden zu Fuß Richtung Mauthausen getrieben, rund 20 weitere Kranke blieben zurück und wurden um den 4. April 1945 von der SS erschossen.122 Auch 41 erkrankte jüdische Zwangsarbeiter, die in St. Anna am Aigen eingesetzt waren, wurden – vermutlich am 13. Februar 1945 – von “einem SS-Kommando aus Feldbach” in St. Anna am Aigen abgeholt, in einen Wald bei Deutsch Haseldorf gebracht und ermordet.123 Ende März 1945 gelang sieben jüdischen Zwangsarbeitern die Flucht aus dem Lager in St. Anna am Aigen. Als Vergeltung wurden sieben andere Zwangsarbeiter, vermutlich an der gleichen Stelle in Deutsch Haseldorf, ermordet.124 In einem anderen Zwangsarbeiter-Lager in Neuhaus am Klausenbach, nahe Feldbach, wurden Erkrankte in einem eigenen “Lazarett” gesammelt. Ende März wurde dann ein Kommando zusammengestellt, weitere Erkrankte aus der Umgebung zusammengeholt und 83 Menschen von sechs SS-Männern und einem HJ-Bannführer ermordet.125 Noch weiter nördlich, in Jennersdorf, waren zeitweise bis zu 1.000 jüdische Zwangsarbeiter eingesetzt, ein Teil davon wurde täglich aus dem Feldbacher Lager per Bahn gebracht. Zur Bewachung stand eine eigene Einheit der Waffen-SS zur Verfügung. Bei den Arbeitseinsätzen standen Prügelstrafen an der Tagesordnung, auch verstarben mehrmals Arbeiter während der Arbeit.126 Schon im Februar 1945 kam es zu einem Massaker an den ArbeiterInnen, da diese dem lokalen Bauleiter schon zu geschwächt waren: Eine Kommission, an der auch der Feldbacher Amtsarzt teilnahm, selektierte 23 bis 30 nichtarbeitsjähige Juden, welche von Angehörigen der Waffen-SS ermordet wurden. Schon kurze Zeit später forderte der Bauleiter erneut ein Erschießungskommando an, zwei weitere Erschießungen sind aktenkundig.127 Die Rote Armee befreite im April 1945 Jennersdorf, konnte es jedoch nicht halten, sodass es die 5. SS-Panzer-Division “Wiking” zurückeroberte. Die zuvor von der SS zurückgelassenen ZwangsarbeiterInnen wurden nun – obwohl sie schon kurze Zeit befreit gewesen waren – von der SS ermordet.128 In Mogersdorf wurden von der Waffen-SS rund 40 Personen ermordet noch bevor der Todesmarsch nach Mauthausen am 29.März 1945 begann.129 Auch in Feldbach selbst, das wie dargestellt wurde das Zentrum des Bauabschnitts war, fanden Übergriffe und Massaker in den letzten Tagen vor der „ersten Befreiung“ im April 1945 statt.

Todesmarsch von Graz durch Hieflau(Steiermark) Bildquelle 14

Todesmärsche

Ende März April 1945 wurden die Gefangenen auf Todesmärsche getrieben. Aus der Südoststeiermark zuerst nach Graz, von dort Richtung Oberösterreich, wobei “nicht mehr marschfähige ArbeiterInnen von den Wachmannschaften systematisch ermordet” wurden.130 Anfang April startete dann der erste und größte Todesmarsch von Graz Richtung Bruck an der Mur mit rund 6000 Menschen, viele weitere folgten.131 Während dieser Todesmärsche kam es zu kontinuierlichen Ermordungen. Eines der größten Massaker fand am Präbichl, knapp nördlich von Graz, statt, bei dem rund 200 Menschen eines Todesmarschs erschossen wurden.132 Während zumeist die Mörder Angehörige des Volkssturms waren taten sich bei diesem ersten Marsch zwölf „Angehörige der ukrainischen Waffen-SS“ hervor – eben jene Waffen-SS, der in Feldbach gleich mehrmals gedacht wird.133

Der erste Todesmarsch von Graz startete am 4.4.1945.134 Einen Tag später schlug man im 35 Kilometer entfernten Feldbach die Rote Armee „heldenhaft“ zurück: „Galt es doch mit nur unzureichender Ausrüstung den Vorstoß der Roten Armee in das Raabtal zu stoppen und damit die vielen Flüchtlinge, Verwundeten und zurückflutenden Heeresverbände vor einer Katastrophe zu bewahren .“135

Gedenken für die Täter

Während der Feier kommen die Opfer der Eroberung und Besatzung von Kreta oder die Opfer der Zwangsarbeit und Massaker im Raum Feldbach mit keinem Wort vor. In den Rechtfertigungsschreiben der Veranstalter mischen sich seit 2012, also seit es Kritik an der Feier gibt, immer wieder Halbsätze in die Selbstdarstellungen zur Feier, die entweder versuchen das Andenken an die Täter zu legitimieren oder ein Andenken an deren Opfer reinzuschummeln.

Träger des Ritterkreuzes auf der Feier 2011 Bildquelle 15

Ein Beispiel dafür ist der Bericht über die Feier 2012 auf der Seite der Kameradschaft vom Edelweiß: Die Feier stünde unter dem Titel „zum Gedenken der gefallenen Kameraden der Gebirgs- und Fallschirmjägertruppe“136, besonders seien auch zwei Ritterkreuzträger hervorgehoben („…der unter anderem auch mit bewegenden Worten an unsere im Vorjahr bzw. Frühjahr verstorbenen Kameraden Horst Römer und Viktor Vitali erinnerte“, „die beiden verstorbenen Fallschirmkameraden Horst Römer und Viktor Vitali in die Ansprachen und Gebete einbezogen“.) An anderer Stelle schleichen sich dann zum Kameradengedenken auch die Soldaten der Gegenseite und „zivile Opfer“: „Im Mittelpunkt des Kameradengedenkens standen die gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege, aber es wurde auch der zivilen Opfer und der gefallenen einstigen Gegner gedacht.“ Welche und vor allem wessen „zivile Opfer“ damit gemeint sind bleibt schleierhaft: Die jüdisch-ungarischen ZwangsarbeiterInnen in der Südoststeiermark, die Opfer der Shoa allgemein, die Opfer der Besatzung von Kreta? Abgesehen von dieser Frage muss das Gedenken an Opfer des Vernichtungskriegs der Wehrmacht auf einer Feier sinn- und bedeutungslos bleiben solang dieses unter der Überschrift passiert eben die Soldaten der Wehrmacht zu ehren. Alliierte Soldaten und Opfer der Wehrmacht und Waffen-SS danebenzustellen kann nur dazu dienen, die Verbrechen der Wehrmacht und Waffen-SS als ganz normale Kriegshandlungen hinzustellen.

Abgesehen von der inhaltlichen Problematik solcher „Erweiterungen“ sind diese auch nur an einen beschränkten Kreis gerichtet: Nie werden solche Erweiterungen explizit auf der Feier angesprochen, würden sie doch die Empörung der anwesenden Kameraden hervorrufen. Solcherart Erweiterungen bekommen immer nur KritikerInnen oder Nachfragende zu hören oder kommen nach Kritik auf die Homepage, die die Kameraden wohl nicht aufsuchen werden.

Bürgermeister, Nationalrats-Abgeordnete, Bundesheer…

Wenn die Kameraden und Veteranen unter sich bleiben würden um sich gegenseitig zu bestätigen, dass sie damals alles richtig gemacht habe könnte man ja kaum etwas einwenden. Selbstbestätigungen wie “bei uns wurde damals nicht über Kriegsschuld, gerechten oder ungerechten Kampf diskutiert137, welche, einem Schutzmantra gleich, in Berichten der Soldaten auftauchen, unterstreichen dieses Bedürfnis der Kriegsgeneration. Aber sie sind eben nicht alleine und sie sterben auch nicht aus – vor allem Letzteres ein häufiges Missverständnis. Auch die Feier in Gniebing nahm in ihrer Größe ab, die BesucherInnen waren ein kleines Häufchen. 2007 besuchten nur gezähle 41 Personen die Feier. Seit 2009 wurde die Feier aber gezielt erweitert, neue Kameradschaftsverbände, wie die Waffen-SS-Kameradschaft K IV, als auch andere Gruppen wie deutschnationale Burschenschaften genauso wie das Österreichische Bundesheer, eingeladen. Vielen Fragen bleiben vorerst unklar, vor allem warum ein eigentlich aufgeschlossener und junger Bürgermeister diese jenseitige Veranstaltung unter den Schutz der “Gebietskörperschaft” nimmt. Klar ist jedenfalls, dass die Feier seit Jahren größer wird und die BesucherInnen aus einem breiteren Spektrum kommen.

…und die “Traditionspflege”

Die Soldaten der Wehrmacht und (Waffen-)SS gaben die Begriffe Ehre, Kameradschaft und Eidtreue in einem Paket namens “Traditionspflege” an das Österreichische Bundesheer weiter und tun dies auch heute. Einem 2009 verunglückten Bundesheer-Soldat wird – mit offizieller Zustimmung aus dem Militärkommando und Deckung aus dem Verteidigungsministerium – ein Andenken während einer Veteranen-Veranstaltung bereitet, ein Kranz für ihn neben einen für die auf Kreta Gefallenen gelegt. An so einer Feier nehmen Nationalrats-Abgeordnete genauso teil wie ein hoher Bundesheer-Offizier die Rede hält. Die Gemeinde Feldbach, in dessen Besitz die Gedenkstätte steht, sichert zu, auch weiterhin für den Erhalt der Gedenkstätte aufzukommen und es gelte “für jene zu beten und jenen zu gedenken (…) die in Erfüllung ihrer Pflicht gefallen”138 seien. Ist damit der Bundesheer-Soldat oder die Kreta-Kämpfer gemeint – es bleibt unklar. Im Bundesheer scheint man kein Problem mit dieser Art von “Traditionspflege” zu haben.

So wird in Feldbach für die Feier und das Denkmal geworben.

So wird in Feldbach für die Feier und das Denkmal geworben.

Denkmäler für die Helden, Schweigen über die Opfer

Auch sonst ist Feldbach und Umgebung nicht arm an “Kriegerdenkmälern”. Eine nagelneue Publikation des Steirischen Kameradschaftsbundes139 listet nicht weniger als 55 Kriegerdenkmäler im Bezirk Feldbach auf, wobei hier interessanterweise gerade das “Kreta-Denkmal” in Gniebing fehlt. Viele der Kriegerdenkmäler sind nicht einfach nur Denkmäler für Soldaten des Ersten Weltkriegs, die um Wehrmachtssoldaten erweitert wurden, sondern gedenken ganz konkreten Einheiten des Drittens Reichs. Nicht weniger als vier ehren die Soldaten der “14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1)“- siehe dazu: Gedenken für die Waffen-SS in Feldbach. Sofern das Gedenken auch ZivilistInnen einschließt, so nur, wenn es sich um “eigene” ZivilistInnen handelt. Das Denkmal in Mühldorf bei Feldbach umfasst etwa “32 gefallene Soldaten und 12 Zivilopfer des II.Weltkriegs”. Dass in Mühldorf auch dutzende ZwangsarbeiterInnen ermordet wurden scheint nicht erwähnenswert.

Im Jahr 1995 hielt man in der Publikation der Historischen Landeskommission für Steiermark fest, dass „bis vor kurzem“ die Todesmärsche und die jüdische Zwangsarbeit in der historischen Aufarbeitung „vergessen“ wurde.140 Es scheint als wäre diese Erkenntnis, zusammen mit der profunden Aufarbeitung der Zwangsarbeit141, in Feldbach auch knapp 20 Jahre später noch nicht angekommen zu sein.

Von L. Berwald und M. N. Thaler (Pseudonyme) 20.März 2013.

Unterartikel zu diesem Beitrag:

Quellen:

0 Vgl. Dornik, Wolfram: Kriegsende in der Südoststeiermark. In: Dornik, Wolfram et al.: Projekt Hainfeld – Beiträge zur Geschichte von Schloss Hainfeld, der Familie Hammer-Purgstall und der gesellschaftspolitischen Situation der Südoststeiermark im 19. und 20. Jahrhundert. Innsbruck/Wien, 2010. S.230-256, hier S. 230. (Im Folgenden kurz: Dornik: Kriegsende)

1 Vgl. Nachrichtenblatt 01/54 des “Geselligkeits- und Unterstützungvereins ‘Edelweiß’, März 1954. Kopie im Archiv der AutorInnen. S. 1. (Im Folgenden: Nachrichtenblatt Edelweiß)

2 Ebd.

3 Vgl. ebd. S. 2.

4 Vgl. Lichtenwagner, Mathias: Brückenschlag zwischen den Soldatengenerationen. In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 134f.

5 Nachrichtenblatt Edelweiß, S. 2. Zu Scheucher vgl. etwa: AK gegen den kärntner Konsens: Der Ulrichsberg – Fakten und Zahlen. In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 78, FN 4.

6 AK Angreifbare Traditionspflege: Der „Kameradenkreis der Gebirgstruppe“. In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 145f.

7 Kameradschaft vom Edelweiß Bad Gleichenberg: Chronik. O.O., o.D., S.2. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://bad-gleichenberg.riskommunal.net/gemeindeamt/download/219527335_1.pdf, Zugriff 12. Dezember 2012.

8 Roth, Gerhard: Im tiefen Österreich. Frankfurt/M.,1990. S. 27.

9 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg, Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online. Sicherung hier: Sicherung 1, Sicherung 2

10 Die Idee ist übrigends gestorben, Ende April 2012 wurde bekanntgegeben die Bezirke Feldbach und Radkersburg werden nicht zum Bezirk Vulkanland sondern zum Bezirk Südoststeiermark zusammengefasst. Vgl. “Kein Vulkanland“: Erleichterung in Region”, online: http://steiermark.orf.at/news/stories/2530191, Zugriff: 24.04.2012.

11 Puntigam, Josef Paul: Vom Plattensee bis zur Mur – die Kämpfe 1945 im Dreiländereck. Feldbach, 1993. S. 10. (Im Folgenden kurz: Puntigam: Kämpfe 1945.)

12 Vgl. Dornik: Kriegsende, S. 235.

13 Ebd., S. 230.

14 Puntigam: Kämpfe 1945, S. 156. („Alles spricht von Wunderwaffen, mit denen die Kriegswende herbeigeführt werden soll. Selbst höchste Generäle glauben daran.“)

15 Vgl. Dornik: Kriegsende. Bedingt auch Rauchensteiner, Manfried: Der Krieg in Österreich 1945. Wien, 1985. Und Karner, Stefan: Die Steiermark im Dritten Reich. 1938–1945, Aspekte ihrer politischen, wirtschaftlich-sozialen und kulturellen Entwicklung. Graz/Wien, 1986.

16 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 10, 153f. Auch Soherr, Karl: Schicksal der 10. Fallschirmjägerdivision. Manuskript, o.O., o.D. Online: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/10_fschjgdiv/seite_1.htm Im Archiv der AutorInnen. (im Folgenden kurz: Soherr: Schicksal)

17 6.Armee im Norden, 2.Panzer-Armee im Süden

18 Vgl. Dornik: Kriegsende. S. 236.

19 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 142f.

20 Ebd., S. 10.

21 Vgl. Dornik: Kriegsende, S. 236. Mehr zu dieser Einheit bei: Puntigam, Josef Paul: Ortskampf – am Beispiel der Stadt Feldbach im Jahr 1945. In: Südoststeierischer verein für Heimatkunde: 1945 – Kriegsende in der Südoststeiermark. S. 60-82, hier S. 79-82. (im Folgenden kurz: Puntigam: Ortskampf). Auch bei Soherr: Schicksal. Genz, Alfred: Die 10. Fallschirmjäger-Division. (Bericht über das Fallschirmjägertreffen 2.-4. Okt. 1981 Krems/Donau). Wien, 1981.

22 Puntigam: Ortskampf, S. 65.

23 Puntigam: Ortskampf, S. 65. Laut Puntigam waren daran beteiligt: „I. Ausbildungs- und Ersatzabteilung 18, II. Abteilung d. Fallschirmjägerartillerieregiments 10, 1 Kampfgruppe der1. Panzerdivision, 1 Volkssturmbataillion, 1 Feldersatzbataillon der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS Ukraine Nr. 1.“ Siehe Puntigam: Kämpfe 1945, S. 146.

24 Vgl. Soherr: Schicksal, S. 6. Auch Puntigam: Ortskampf, S. 65.

25 Karrer, Othmar und Praßl, Johann: So war es 1945. 50 Jahre Kriegsende in der Südoststeiermark, 1945-1995. S. 74. (Im Folgenden kurz: Karrer: 1945)

26 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg, Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online. Sicherung hier: Sicherung 1, Sicherung 2

27 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 146.

28 Vgl. Soherr: Schicksal, S. 8.

29 Lappin-Eppel, Eleonore und Schober, Franz Josef: Der Einsatz ungarisch-jüdischer Zwangsarbeiter im Stellungsbauabschnitt V Feldbach. In: Dornik, Wolfram et al.: Projekt Hainfeld – Beiträge zur Geschichte von Schloss Hainfeld, der Familie Hammer-Purgstall und der gesellschaftspolitischen Situation der Südoststeiermark im 19. und 20. Jahrhundert. Innsbruck/Wien, 2010. S.174-207, hier S. 201. (Im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Einsatz)

30 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg, Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online. Sicherung hier: Sicherung 1, Sicherung 2

31 Zwei solche Beispiele etwa bei Lappin-Eppel: Einsatz, S. 185.

32 O.A.: Die Geschichte des Vulkanlandes. Auf: vulkanland.at/Verein zur Förderung des Steirischen Vulkanlands. Online: http://www.vulkanland.at/de/steirisches-vulkanland/Geschichte/, Zugriff 15.5.2012.

33 Etwa “50 Jahre Kriegsende”, s.o.

34 O.A.: Zum Gedenken der gefallenen Fallschirmjäger. Online: http://feldbachweb.schabkar.com/index.php/aktuelles-a-neues/archiv/569-gedenkveranstaltung, Zugriff 06.10.2012, derzeit nicht mehr online und geändert auf einen einfacheren Text. Original im Archiv der AutorInnen. Kopie hier: Sicherung Stadt Feldbach

35 Stefan, Alexandra Marianne: Deutsche Kriegsverbrechen auf Kreta 1941-1945. Diplomarbeit Uni Wien, 1999. S. 2. (Im Folgenden kurz: Stefan: Kriegsverbrechen)

36 Vgl. ebd., S. 6.

37 Vgl. ebd., S. 8.

38 Vgl. ebd., S. 20.

39 Vgl. ebd., S. 58f.

40 Vgl. ebd., S. 66f.

41 Vgl. ebd., S. 58ff.

42 Ebd. S. 59.

43 Vgl. ebd., S. 60f.

44 Vgl. ebd., S. 65.

45 Berliner Morgenpost: Griechen stellen Merkel in eine Reihe mit Hitler. Online: http://www.morgenpost.de/politik/ausland/article1786635/Griechen-stellen-Merkel-in-eine-Reihe-mit-Hitler.html, Zugriff: 07.10.11.

46 Sichtbar etwa auf diesem Bild: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/slides/DSC06437.html, Zugriff: 27.5.2012. Screenshot im Archiv der AutorInnen. Auch als Screenshot: Sicherung Jägerbat. 18.

47 Rede online unter dem Titel „Redetext deu OLT a.D. Haupt am 27.05.2012, BDF-Repräsentant“ unter: http://www.griechenland.diplo.de/contentblob/3562290/Daten/2461126, Zugriff: 10.12.2012. Screenshot und Kopie im Archiv der AutorInnen. Auch als Screenshot: Sicherung Redetext Haupt 27.05.2012

48 Laut Programmheft für die Feier aus dem Jahr 2012 werden am Schluss „Fallschirmjägerlied (drei Strophen)“ und das „Edelweiß-Lied (drei Strophen)“ gesungen. Programm online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/terminkalender/plakate/fschjg_ged_2012.htm. Zugriff 15.5.2012. Kopie im Archiv der AutorInnen. Auch laut der Bericht von der Feier für das Jahr 2011 und 2012 ist vom Absingen dieser Lieder die Rede, siehe: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/berichte/kameradengedenken/2011/bericht_kameradengedenken_2011.htm und http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/berichte/kameradengedenken/2012/bericht_kameradengedenken_2012.htm. Zugriff jeweils 15.5.2012. Kopie im Archiv der AutorInnen. Auch als Screenshot für alle drei Quellen: Sicherung Absingen Fallschirmjägerlied u. Edelweiß-Lied

49 Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online: http://www.kameradschaftedelweiss.at/pdf/edelweisslied.htm, Zugriff 15.5.2012. Kopie im Archiv der AutorInnen. Auch als Screenshot: Screenshot Edelweißlied

50 „Brigadier“ ist der niedrigste der vier Generalsränge im Österreichen Bundesheer.

51 Bericht des Militärkommandos Salzburg: “Jägerschule verabschiedet langjährigen Kommandanten”, Saalfelden, 09.10. 2006. Online: http://www.bmlv.gv.at/cms/artikel.php?ID=3004, Zugriff: 15.5.2012.

52 Vgl. Interview zwischen (…) Josef Paul Puntigam und dem Herausgeber des Südostjournales (…) am 24. Oktober 2009. Abzurufen unter: www.kameradschaftedelweiss.at/pdf/interview.pdf. Kopie im Archiv der AutorInnen.

53 Parlamentarische Anfrage 1130J, XXIII. GP vom 04.07.2007. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/J/J_01130/index.shtml

54 Parlamentarische Anfrage 3696/J, XXIII. GP vom 04.03.2008. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/J/J_03696/index.shtml

55 Ulrichsberg (Ktn): Verboten und trotzdem dort, Blogeintrag vom 15. September 2011. Auf: http://www.stopptdierechten.at/2011/09/15/ulrichsberg-ktn-verboten-und-trotzdem-dort/

56 Screenshot der „Attending“-Liste der Facebook-Gruppe „Wir gedenken den Veteranen – Ulrichsbergtreffen 2011“, Screenshot: Teilnahme-Liste Ulrichsbergtreffen 2011

57 Parlamentarische Anfrage 3060/J, XXII. GP vom 17.05.2005. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXII/J/J_03060/index.shtml

58 Puntigam, Josef Paul: Ja zur Neutralität! In: Zur Zeit, Nr. 4/2011, 28. Jänner 2011.

59 Beitrag etwa für die Deutsche Militärzeitschrift, Ausgabe Nr. 52, Juli/August 2006, laut: http://braunzonebw.blogsport.de/2008/05/23/mittenwald-nachlese/; Die DMZ wird von der Bundesregierung Deutschland als problematisch und nicht als militärwissenschaftliche Publikation eingestuft, genauer: „Die „Deutsche Militärzeitschrift“ (DMZ) steht dem rechtsextremistischen „Arndt-Verlag“ nahe. Sie veröffentlicht regelmäßig Werbeanzeigen für Druckerzeugnisse des „Arndt-Verlages“ und anderer rechtsextremistischer Verlage. Im redaktionellen Teil der DMZ finden sich Beiträge, die den Zweiten Weltkrieg unkritisch und teilweise mit geschichtsrevisionistischer Tendenz thematisieren.“, lt. Bundestagsdrucksache 16/1282, online: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/012/1601282.pdf

60 „Süd-Ost-Journal“, Nr. 5/1993, S. 26.

61 Vgl. Neugebauer, Wolfgang: Der österreichische Widerstand 1938-1945. Wien, 2008. S. 241.

62 Puntigam, Josef Paul: Vom Plattensee bis zur Mur – die Kämpfe 1945 im Dreiländereck. Feldbach, 1993. Auch zahlreiche Beiträge in der Bundesheer-Zeitschrift „Truppendienst“, etwa in Ausgabe 4/2011 zum „Sicherungseinsatz 1991 – das LWSR53 an der jugoslawischen Grenze“ oder in Ausgabe 1/1989 zum Ortskampf 1945 in Feldbach.

63 „Süd-Ost-Journal“, Nr. 1/1993, S. 28.

64 Parlamentarische Anfrage 1130J, XXIII. GP vom 04.07.2007. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/J/J_01130/index.shtml

65 Beilage zur Parlamentarischen Beantwortung 3685/AB, XXIII.GP. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/AB/AB_03685_U1/index.shtml

66 Rede online unter dem Titel „Redetext deu OLT a.D. Haupt am 27.05.2012, BDF-Repräsentant“ unter: http://www.griechenland.diplo.de/contentblob/3562290/Daten/2461126, Zugriff: 10.12.2012. Screenshot und Kopie im Archiv der AutorInnen. Auch als Screenshot: Sicherung Redetext Haupt 27.05.2012

67 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg, Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online. Sicherung hier: Sicherung 1, Sicherung 2

68 Kameradschaft vom Edelweiß, Ortsverband Feldbach: Das Ehrenmal der ehemaligen Fallschirmjäger am Auersberg in Gniebing bei Feldbach. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/berichte/das_ehrenmal_der_ehemaligen_fall.htm, Zugriff 23.02.2011. Sicherung hier: Sicherung KvE 1

69 http://www.kameradschaftedelweiss.at/pdf/edelweisslied.htm, Zugriff 15.5.2012. Kopie im Archiv der AutorInnen: Sicherung Edelweißlied

70 Liedtext hier als Screenshot: Liedtext Fallschirmjägerlied

71 Vgl. AK gegen den kärntner Konsens: Tafel Fallschirmjäger, online: http://www.u-berg.at/texte/foto06.htm. Zugriff: 10.12.2012.

73 Vgl. AK gegen den kärntner Konsens: Tafel Fallschirmjäger“, online: http://www.u-berg.at/texte/foto06.htm. Zugriff: 10.12.2012.

74 Siehe Text zur (Waffen-)SS

75 Vgl. AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 85, 103ff, 111ff, 113ff, etc.

76 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 299

80 Parlamentarische Anfrage 11880/J, XXIV. GP vom 13.06.2012. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11880/index.shtml

81 Anfragebeantwortung 11673/AB, XXIV. GP vom 19.09.2012. Unter: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_11673/index.shtml

82 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 11.

83 Dornik: Kriegsende. S. 230.

84 Ebd.

85 Vgl. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 175.

86 Bolyos, Paula: Zwangsarbeit in Kärnten/Koroška. In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 266-272. (im Folgenden kurz: Bolyos: Zwangsarbeit)

87 Ruggenthaler, Peter: „Ein Geschenk für den Führer“. Graz, 2002. S. 113. (Im Folgenden kurz: Ruggenthaler: Geschenk)

88 Ruggenthaler: Geschenk, S. 113. Siehe auch Lappin-Eppel: Zwangsarbeiter. Die ZwangsarbeiterInnen stammen aus Ungarn. Zwischen 14.5 und 9.7.1944 wurden dort 430.000 Juden und Jüdinnen deportiert, die meisten nach Auschwitz. Ein Teil, rund 15.000-16.000 kam nach Österreich. Nach dem Putsch der Pfeilkreuzler/Nyilaskeresztes Párt – Hungarista Mozgalom im Oktober 1944 wurden, nach brutalen Pogromen gegen die verbleibenden Juden und Jüdinnen, erneut weitere 75.000 Juden und Jüdinnen ins deutsche Reich gebracht, damit auch nach Österreich. Über die Transporte danach ist wenig bekannt. Die ersten ZwangsarbeiterInnen kamen ins heutige Niederösterreich, ab etwa Oktober oder Weihnachten 1944 auch in die Steiermark. Vgl. Lappin-Eppel, Eleonore: Der Zwangsarbeitseinsatz und die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden 1944/45. In: Klambauer, Karl: Holocaust in education in Centrope: Spurensuche zwischen Vergessen und Erinnern. Wien, 2011. S. 107-117, hier S. 107-108. (im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Todesmärsche)

89 Lappin-Eppel: Todesmärsche, S. 112.

90 Vgl. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 175.

91 Vgl. ebd. S. 178.

92 Vgl. ebd. S. 178.

93 Ruggenthaler: Geschenk, S. 113.

94 Vgl. ebd. S. 164, FN 48.

95 Vgl. ebd. S. 198.

96 Karrer/Praßl: So war es 1945. 50 Jahre Kriegsende in der Südoststeiermark, 1945-1995. S. 39.

97 Grasmug, Rudolf: Der Mann mit dem steifen Bein. In: Dornik, Wolfram et al.: Projekt Hainfeld – Beiträge zur Geschichte von Schloss Hainfeld, der Familie Hammer-Purgstall und der gesellschaftspolitischen Situation der Südoststeiermark im 19. und 20. Jahrhundert. Innsbruck/Wien, 2010. S.208-229, hier S. 208. (Im Folgenden kurz: Grasmug: Der Mann)

98 Vgl. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 199.

99 Vgl. Grasmug: Der Mann, S. 208.

100 Vgl. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 199.

101 Karrer: 1945, S. 65.

102 Walzer, Tina: Jüdische Friedhöfe in Österreich und den europäischen Ländern. In: Theune, Claudia und Walzer, Tina: Jüdische Friedhöfe – Kultstätte, Erinnerungsort, Denkmal. Wien, 2011. S. 9-80, hier S. 22-23. (Im Folgenden kurz: Walzer: Friedhöfe)

103 Lappin-Eppel, Eleonore: Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45: Arbeitseinsatz, Todesmärsche, Folgen. Wien, 2010. S. 81 (im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Zwangsarbeiter).

104 Karrer: 1945, S. 67.

105 Vgl. Grasmug: Der Mann, S. 208.

106 Vgl. ebd., S. 208.

107 Karrer: 1945, S. 66.

108 Vgl. Ruggenthaler: Geschenk, S. 32. Auch: Bolyos: Zwangsarbeit.

109 Vgl. Lappin-Eppel: Todesmärsche, S. 112.

110 Vgl. ebd. S. 112.

111 Ebd., S. 113.

112 Ebd., S. 115.

113 Titel eines Berichts der Neuen Steirischen Zeitung vom 12.8.1945. Zit. n. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 184, FN 51.

114 Aus einigen Massengräbern wurden die Toten bereits exhumiert und an anderer Stelle begraben.

115 Vgl. Walzer: Friedhöfe, S. 22-24: Auersbach, Edelsbach bei Feldbach, Feldbach, Mühldorf bei Feldbach, Paldau.

116 Vgl. Walzer, S. 22-24: Bad Gleichenberg, Deutsch-Haseldorf, Gnas, Hürth, Klöch, Poppendorf, Radkersburg, St.Anna am Aigen, Trautmannsdorf in der Oststeiermark.

117 Vgl. Lappin-Eppel: Todesmärsche, S. 113.

118 Vgl. ebd., S. 113.

119 Vgl. ebd., S. 113.

120 Vgl. Lappin-Eppel: Einsatz, S. 178.

121 Vgl. ebd. S. 178, 180.

122 Vgl. ebd. S. S. 181.

123 Vgl. ebd. S. S. 184.

124 Vgl. ebd. S. S. 185.

125 Vgl. ebd. S. 188.

126 Vgl. ebd. S. 194.

127 Vgl. ebd. S. 195.

128 Vgl. ebd. S. 196.

129 Vgl. ebd. S. 197.

130 Lappin-Eppel: Zwangsarbeiter, S. 82

131 Vgl. Lappin-Eppel: Todesmärsche, S. 115.

132 Vgl. ebd., S. 115f.

133 Siehe den Artikel auf diesem Blog: Gedenken an die Waffen-SS in Feldbach

134 Lappin-Eppel: Todesmärsche, S. 115.

135 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AutorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg, Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online. Sicherung hier: Sicherung 1, Sicherung 2

137 Puntigam: Kämpfe 1945, S. 158.

138 Grußwort im Namen Bürgermeister Kurt Deutschmanns, Feier 2012.

139 Österreichischer Kameradschaftsbund Landesverband Steiermark: Mahnmale und Kriegerdenkmäler in Steiermark. Graz, 2012. (=Kriegerdenkmäler)

140 Binder, Dieter Anton: Spurensuche zur steirisch-jüdischen Geschichte 1945-1955. In: Beer, Siegfried/Hist. Landeskomm. für Steiermark: Die “britische” Steiermark: 1945-1955 . S. 435-446, hier S. 441. Wobei Sätze wie „Ihr Sterben [das von Juden und Jüdinnen zwischen 1938-1945, Anm.] korreliert mit Aspekten der Täterbiographie.“ (ebd., S.441) nicht gerade auf eine große Bereitschaft schließen lässt, Täter konkret zu benennen.

141 Hier ist vor allem Eleonore Lappin-Eppel herauszustellen. Vgl. als Auswahl etwa: Lappin-Eppel, Eleonore: Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45: Arbeitseinsatz – Todesmärsche – Folgen, Wien 2010. Auch: Lappin-Eppel, Eleonore: Die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden durch die Steiermark. In: Halbrainer, Heimo et al.: NS-Herrschaft in der Steiermark. Terror–Verfolgung–Widerstand, Wien,/et al., 2012, S. 385-412. Ebenso: Lappin-Eppel, Eleonore: Der Einsatz ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter im Stellungsbauabschnitt V Feldbach. In: Dornik, Wolfram, et al.: Projekt Hainfeld. Beiträge zur Geschichte von Schloss Hainfeld, der Familie Hammer-Purgstall und der gesellschaftspolitischen Situation der Südoststeiermark im 19. und 20. Jahrhundert. Innsbruck/et al., 2010, S. 174-207. Auch: Lappin-Eppel, Eleonore: Der Zwangsarbeitseinsatz und die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden 1944/45. In: Klambauer, Karl: Holocaust in education in Centrope: Spurensuche zwischen Vergessen und Erinnern. Wien, 2011. S. 107-117. Außerdem: Lappin-Eppel, Eleonore: Die Rolle der Waffen-SS beim Zwangsarbeitseinsatz ungarischer Juden im Gau Steiermark und bei den Todesmärschen ins KZ Mauthausen (1944/45). In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Jahrbuch 2004, Wien 2004, S. 77–112.

Bildquellen:

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Bildquelle 1 Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/gefallenengedenken_2009%20_feldbach/album/slides/DSC05433.html. Zugriff: 10.April 2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

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Bildquelle 4 Bundesarchiv, online: http://www.bild.bundesarchiv.de. Fotograf: Franz Peter Weixler, Bilder 101I-166-0525-28, 101I-166-0525-39, 101I-166-0525-30, 101I-166-0527-03A. Rechte für die Bilder liegen beim Bundesarchiv.

Bildquelle 5 Bundesarchiv, online: http://www.bild.bundesarchiv.de. Fotograf: Franz Peter Weixler, Bilder 101I-166-0525-09, 101I-166-0525-20. Rechte für die Bilder liegen beim Bundesarchiv.

Bildquelle 6 Bildzusammenstellung des ‘AK Hinterland’. Oberes Bild: Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2007/album/thumbs/DSC02727.jpg. Zugriff: 15.April 2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland. Unteres Bild: Parlamentarische Anfrage 11880/J in der XXIV. GP, online: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11880/fname_256444.pdf, S. 24. Rechte für das Bild liegen beim Österreichischen Parlament.

Bildquelle 7 Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/pdf/edelweisslied.htm, Zugriff 15.5.2012. Auch als Screenshot: Screenshot Edelweißlied. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

Bildquelle 8 Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2011/album/slides/IMG_8747.html, Zugriff 10.5.2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

Bildquelle 9 Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/slides/DSC06348.html, Zugriff 10.5.2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

Bildquelle 10 Bildzusammenstellung des ‘AK Hinterland’. Screenshots von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/thumbs/DSC06475.JPG, http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/thumbs/DSC06531.JPG, http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/slides/DSC06331.html, http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2010/album/slides/DSC06428.html bzw. aber aus Parlamentarische Anfrage 11880/J in der XXIV. GP, online: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11880/fname_256444.pdf, S. 24. Rechte für die Bilder liegen somit beim Österreichischen Parlament und/oder bei der Kameradschaft vom Edelweiß.

Bildquelle 11 Screenshot von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2008/album/thumbs/DSC03819.jpg, Zugriff 10.5.2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

Bildquelle 12 Screenshot (etwas gezoomt) von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/gefallenengedenken_2009%20_feldbach/album/slides/DSC05479.html, Zugriff 10.5.2012. Rechte für das Bild liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte am Screenshot beim AK Hinterland.

Bildquelle 13 Bild von der Homepage des Vereins “erinnern.at”, online: http://www.erinnern.at/bundeslaender/burgenland/termine/der-sudostwallbau-in-erinnerung-und-wissenschaft/, Zugriff 10.01.2013. Rechte für das Bild liegen beim Verein “erinnern.at”.

Bildquelle 14 Screenshot von der Homepage “wwww.diepresse.at”, online: http://diepresse.com/images/uploads/3/4/d/1332045/nazistaetten_versteckte_orte_grauens_todesmarsch20130112185334.jpg, Zugriff 12.11.2012. Bild dort von: “APA, PRIVATARCHIV WALTER DALL ASEN”. Rechte für das Bild liegen der “APA, PRIVATARCHIV WALTER DALL ASEN”.

Bildquelle 15 Zusammenstellung zweier Screenshots von der Homepage der Kameradschaft vom Edelweiß, online unter: http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2011/album/slides/IMG_8802.html, http://www.kameradschaftedelweiss.at/fotoalbum/kameradengedenken_2011/album/slides/IMG_8892.html Zugriff 10.5.2012. Rechte für die Bilder liegen bei der Kameradschaft vom Edelweiß, Rechte an den Screenshots beim AK Hinterland.