Gedenken an die Waffen-SS in Feldbach

Oder: Was soll denn schon an ukrainischen Nationalisten auszusetzen sein?

(Den Text als PDF lesen: Gedenken an die Waffen-SS in Feldbach)

Feldbach hat im Grunde drei Verbindungen mit der Waffen-SS. Erstens war für nahezu die gesamte Kriegsdauer ein Lager der Waffen-SS in Feldbach eingerichtet in dem Soldaten der Waffen-SS zur Genesung untergebracht waren. Zweitens bestanden in Feldbach verschiedene Kommando-Standorte und Kasernierungsorte für kleinere Waffen-SS-Einheiten, insbesondere der „2. SS-Baubataillon ‘Kama’” aber auch andere, die als Wachmannschaften dienten und – insbesondere im März und April 1945 – an zahlreichen Erschießungen von jüdisch-ungarischen ZwangsarbeiterInnen beteiligt waren. Und drittens stehen in Feldbach verschiedenenorts Denkmäler und Erinnerungstafeln für eine Einheit der (Waffen-)SS – und man fragt sich: Warum?

Die einfachste Antwort darauf ist auch die Kürzeste: Es dürfte kein präsentes Wissen der Bevölkerung, der Mitglieder des Gemeinderates oder des Pfarrgemeinderates vorhanden sein, dass die Denkmäler für die „1. Ukrainische National-Armee“ eigentlich einer Einheit der (Waffen-)SS gewidmet sind. Und das mit den darauf abgebildeten Bildnissen eines Löwen, der ein bisserl ausschaut wie König-Löwensherz‘ Wappenschild, und dem seltsamen Knotenmuster, der wirkt wie aus einem billigen Katalog für Tribal-Tattoos, Verbandsabzeichen verwendet werden, die in dieser Form (wahrscheinlich) verboten sind.

Diese einfachste und kürzeste Antwort ist natürlich auch Wunschdenken: Irgendwie müssen die Denkmäler ja auch dort hingekommen sein. Irgendwer muss sie pflegen, die Hecke stutzen, sie von Moos befreien, ehr- und sittenlose Jugendliche daran hindern davor herumzulungern und einmal im Jahr einen Kranz niederlegen.
Was wären gute Gründe dies im Jahr 2013 – 75 Jahre nach dem „Anschluss“ – nicht mehr zu tun?

Rassenideologie der (Waffen-)SS

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war die (Waffen-)SS ausschließlich jenen vorenthalten, die dem nationalsozialistischen Regime „arisch“ genug waren. Es wurden aber nicht nur „Deutsche“ in die (Waffen-)SS aufgenommen sondern sehr schnell auch nicht-deutsche „Arier“: Begeisterte Freiwillige aus Flamen, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Frankreich usw. füllten die Reihen der (Waffen-)SS – und verhinderten zudem, dass sich diese vor Ort zu patriotischen Bewegungen zusammenschlossen. Aus den Ländern im Osten wurden nur sog. „Volksdeutsche“ aufgenommen, „Slawen“ als Untermenschen abgelehnt.1 Schon 1941 war die deutsche Wehrmacht in der Ukraine mehrheitlich begrüßt worden, sah man im deutschen Faschismus einen Verbündeten2, hegte hingegen starke Ressentiments gegen die UdSSR;3 Neben dem Antibolschewismus und dem Antisemitismus war der Zuspruch für eine faschistisch-nationalistische Gesellschaftsordnung die stärkste inhaltlich-ideologische Klammer.4 In der Folge erledigte die Ermordung der ukrainischen jüdischen Bevölkerung abwechselnd ukrainische Verbände und Verbände der Wehrmacht oder (Waffen-)SS.5

Erst 1943, in Folge der zwei immensen deutschen Niederlagen (Kessel von Stalingrad, Vernichtung Heeresgruppe Mitte) wurden die Richtlinien gelockert: Fortan wurden auch „Nichtdeutsche, Nichtgermanen“6 in die (Waffen-)SS aufgenommen. Auch Ukrainer wurden ab 1943 für die (Waffen-)SS geworben. Dieser Entschluss war Ergebnis eines ganzen Bündels von Entwicklungen, nicht nur militärischen. Die Ukraine wurde von der deutschen Führung von Beginn an mit großem Misstrauen betrachtet, insbesondere der rassenideologisch gefestigte Kreis, nicht zuletzt Hitler, hatte bis zuletzt starke Vorbehalte.7

Die Militärs in Wehrmacht und (Waffen-)SS wollten die bis zu 2 Millionen ukrainischen Männer8 im passenden Alter nicht den immer stärker werdenden ukrainischen Nationalisten zufallen lassen oder gar der Roten Armee zur Rekrutierung überlassen und setzten sich durch: Im April 1943 wurde in der Ukraine begonnen eine Freiwilligen-Einheit der Waffen-SS aufzustellen, man erwartete sich zumindest 250.000. Rekrutiert wurde nur in einem kleinen Teil der Ukraine, nämlich dem ehemaligen österreichischen Teil.9 Es galt nationalistische Bestrebungen hinanzuhalten10 und gleichzeitig die noch ungenutzen Personalreserven zu nutzen – zumal sie antikommunistisch waren. Der Umgang mit den vor Ort vorhanden politischen Organisationen (OUN/M, OUN/B, UPA, usw.), insbesondere ihrer militärischen Arme, war wechselhaft: Vor 1943 galt es den ukrainischen Nationalismus hintanzuhalten, die bewaffneten Gruppen aber trotzdem einer Verwendung zuzuführen. Nach 1943, insbesondere aber nach dem Verlust der Ukraine an die Rote Armee, war die Befeuerung des ukrainischen Nationalismus im Sinne des Dritten Reichs. Die meisten ukrainischen politischen und militärischen Organisationen und Gruppen arbeiteten zu irgendeinem Zeitpunkt mit deutschen Geheimdiensten zusammen, insbesondere um während der Überfälle auf Polen und später die UdSSR Verwirrung zu stiften.11 Ausnahmslos alle ukrainisch “nationalistischen” Organisationen waren faschistisch und antisemitisch, der Antibolschewismus verstand sich von selbst.12 Schlussendlich übernahm man die begeisterten Kämpfer für die gemeinsame Sache, die beiden Anführer der beiden OUN-Splittergruppen Andrii Melnyk und Stepan Bandera samt zahlreicher weiterer Mitglieder wurden hingegen festgenommen.13

Aufstellung der „ukrainischen“ (Waffen-)SS

Propagandaplakat der "14. Waffen-Grenadier-Division der SS", am Kragenspiegel der "galizische Löwe".

Propagandaplakat der “14. Waffen-Grenadier-Division der SS”, am Kragenspiegel der “galizische Löwe”, daneben der Tyzub.

Der Startschuss für die Aufstellung einer ukrainischen Einheit der Waffen-SS fand am 28.April 1943 durch eine pompöse Feier in Lwiw/Львів/Lemberg statt.14 Letzter Auslöser war unter anderem, dass sich immer mehr Personen der Ukrainische Aufständische Armee (UPA, Українська Повстанська Армія/Ukrajinska Powstanska Armija) anschlossen, die nicht im deutschen Einflussgebiet stand, teils auch die Wehrmacht bekämpfte.15 Antreiber der Aufstellung war insbesondere der Gouverneur von Galizien, SS-Brigadeführer Otto Wächter.16

Die Rekruten mussten mindestens 1,65 Meter groß sein und zwischen 1908 und 1925 geboren sein, waren damals also zwischen 18 und 35 Jahre alt; es waren 600 Offiziere und 2000 Unteroffiziere17 vorgesehen, Ende 1943 hatte die Einheit gut 15.000 Soldaten.18 Penibel wurde auf die Freiwilligkeit geachtet, umgekehrt aber Angebote gemacht, etwa das Versprechen, dass Rekruten und ihre Familien die selben Rechte wie deutsche Soldaten erhalten würden.19 Inhaltlich-ideologisch war klar worum es ging: Um den Kampf gegen den Bolschewismus und für ein „neues Europa“.20 In einem Schreiben vom 28.April 1943 wurde festgelegt welche Symbole die neue Waffen-SS-Division tragen dürfe: Der Tryzub/Trysub (тризуб), eine Art Dreizack, der als ukrainisches Nationalsymbol gilt, durfte nicht getragen werden. Dafür wurde der „galizische Löwe“21 bzw. „ukrainische Löwe“22 als Emblem ausgewählt, der Löwe wurde auch das Verbandsabzeichen, die Soldaten trugen es damit an Kragenspiegel und Ärmel.

Größe und Ausbildung

Rekrutierungsplakat für die “14. Waffen-Grenadier-Division der SS” mit antibolschewistischem Hauptmotiv. Bildquelle 1

Anfang Juni 1943 hatten sich bereits knapp 82.000 Freiwillige gemeldet, rund 52.000 wurden aufgenommen, rund 29.000 abgelehnt23 – dies zeigt auch den gravierenden Unterschied zu den später aufgestellten Waffen-SS-Einheiten, für die durchaus auch zwangsrekrutiert wurden. Die „SS-Freiwilligen-Division Galizien“ war wirklich ein Einheit aus Freiwilligen. Mitte Juli 1943 endete die erste Rekrutierungsphase, mit einer weiteren Festivität samt Aufmarsch wurden die ersten Einheiten zu ihren Ausbildungslagern verschickt, das übrige Personal wurde vorerst in verschiedene Freiwilligen-Polizei-Regimentern, “Schutzmannschaften” und den “Einsatzgruppen” „geparkt“.24 Die ersten Gruppen kamen Mitte Juli 1943 nach Brno/Brünn in die Kaserne Kuhberg, gleich darauf nach Heidelager, nahe Dębica, wobei die Ausbildung durch deutsche und österreichische Waffen-SSler bestritten wurde, speziell ältere Österreicher, die schon im 1.WK mit Ukrainern zu tun hatten (einem ehemaligen Kronland Österreichs); Die auszubildenden Offiziere und Unteroffiziere wurden auf mehr als 40 Standorte aufgeteilt um sie schnell anzulernen, einige kamen auch nach Graz.25

Der österr. Nationalsozialist und Generalmajor der Waffen-SS Fritz Freitag im August 1943. Bildquelle 2

Die Freiwilligen der „SS-Freiwilligen-Division Galizien“ haben aber nicht etwa bis 1943 auf die Aufstellung dieser Einheit gewartet. Schon ab 1940 waren immer wieder Gruppen von deutscher Seite für Einsätze genutzt worden. Wesentlich ist hier die Rekrutierung von Ukrainern für die Einsatzgruppen/EGr, Einsatzkommandos (hier insb. EK 4a in der Heeresgruppe C), u.a. Darüberhinaus ist insbesondere das Schutzmannschaft-Bataillon 201 zu nennen, das aus den bereits früher eingesetzt Sondereinheiten Roland und Nachtigal war. 1941, deren brutales Vorgehen im Hinterland der Wehrmacht mehr als eine Million Juden und Jüdinnen das Leben kostete. Ein Teil Masse der “SS-Freiwilligen-Division Galizien“ hatte also bereits Erfahrung gemacht, wie es sich auf deutscher Seite kämpft. Vor allem lassen sich auch ganz konkret Massaker, Übergriffe und Morde den Vorgänger-Verbänden der “SS-Freiwilligen-Division Galizien“ zuordnen. Zum Zeitpunkt der Aufstellung der „SS-Freiwilligen-Division Galizien“ befanden sich mindestens 4000 Ukrainer bereits in deutschen Polizei-, SD- oder EK-Einheiten.26

Die neuen Offiziere und Unteroffiziere der (Waffen-)SS wurden auch in KZs geschickt um dort an „Weltanschauungs“-Kursen teilzunehmen. 140 ukrainische und österreichische Offiziere kamen etwa nach Dachau um dort auch an der Bewachung mitzuhelfen.27 Auch sonst waren die Soldaten und Offiziere der 1943 aufgestellten Einheit längst mit der Art und Weise des deutschen Vernichtungskriegs und der Vernichtung in den KZs vertraut. Etliche Einzelbiografien belegen den Schluss, dass alle Mitglieder der „SS-Freiwilligen-Division Galizien“ ganz genau wussten, wie mit ZivilistInnen, Juden und Jüdinnen und PartisanInnen umzugehen sei.28

Erster Kommandeur war SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Walter Schimana, der aber nur für die Zeit der Ausbildung, wobei hier insbesondere das Hintanhalten des ukrainischen Nationalismus im Vordergrund stand, bei der Einheit blieb. Ihm folgte mit 20.11.1943 der bis Mai 1945 durchgängige Kommandeur, der österreichische SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Fritz Freitag nach. Freitag war ein überzeugter Nationalsozialist, im September 1944 mit dem Ritterkreuzträger ausgezeichnet und schon 1941 nachweislich die Erschießungen von Juden verantwortlich.29

Namensverwirrung

Schon zum Zeitpunkt der Aufstellung, im April 1943, war die Frage nach der Benennung heikel und umstritten: Im April 1943 einigte man sich auf die Bezeichnung „SS Freiwilligen-Division Galizien“ bzw. „Freiwilligen-Division Galizien“30 und umging damit das nationalistisch aufgeladene „ukrainisch“/„Ukraine“. Schon am 14. Mai 1943 wurde aber verordnet, dass die Division fortan nicht mehr „SS Schützendivision Galizien“ lauten dürfe, offenbar eine gängige Neben-Bezeichnung.31 Dieser Streit um die richtige Bezeichnung setzte sich bis in die letzten Stunden im Führerbunker fort: Als sich Adolf Hitler am 23.März 1945 in Berlin den Lagebericht vortragen ließ wurde auch dort die Namensverwirrung ausschweifend behandelt. Dem Führer fragte in die Runde „Es flunkert noch dauernd eine galizische Division herum. Ist die mit der ukrainischen identisch?“. Er erhielt von Sturmbannführer Göhler, der es eigentlich wissen sollten, eine falsche Antwort, wohl weil dieser durch eine möglichst rasche Antwort sein Unwissen in der Divisionsbenennung kaschieren wollte.32 Im August 1943 erhielten die Angehörigen der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ ihre Blutgruppentätowierung am linken Arm.33

Die wechselnden Divisionsbezeichnungen waren jedenfalls:34

  • „SS Freiwilligen-Division Galizien“, „SS Schützendivision Galizien“ und „Galizische SS-Schützendivision,“ nebst weiteren, von April bis Juni 1943.
  • 14. SS-Freiwilligen-Division Galizien, von 30. Juni bis 22. Oktober 1943
  • 14. Galizische SS-Freiwilligen-Division, von 22. Oktober 1943 bis 27. Juni 1944
  • 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1), von 27. Juni bis 12. November 1944
  • 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1), 12. November 1944 bis 25. April 1945
  • 1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee, von 25. April bis 8. Mai 1945

Soviel zur militärhistorischen Benennungsgeschichte. Im Internet, auf revisionistischen Gedenkseiten und in englischsprachigen wissenschaftlichen Artikeln wird meist auch die Kurzbezeichnung „Waffen-SS Galizien“ und „Division Halychyna“ verbreitet.

Erster Einsatz: Antipartisaneneinsatz, Kampf gegen die Rote Armee

Noch ein Rekrutierungsplakat für die “14. Waffen-Grenadier-Division der SS”, diesmal im Landser-Stil. Bildquelle 3

Zum Einsatz kam ein kleiner Teil der Division Anfang 1944 im „Generalgouvernement“ (Polen) gegen PartisanInnen im Raum Lubaczow-Bilgoraj-Tarnogrod, ein anderes Regiment der Division im Raum Kholm, beide Teile blieben in Folge bis Juni 1944 im Raum Kraków/Krakau.35 Andere halfen einer aus Ukrainern bestehenden Einheit des SD der SS im März 1944, aber auch schon davor, bei der Jagd auf und Ermordung von zahlreichen Juden und Jüdinnen. Viele der Soldaten dieser SD-Einheit, die zudem später an der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto eingesetzt waren, fanden ihren Weg später in die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1).36 Melnyk nennt zusätzlich einen Einsatz als “Kampfgruppe Beyersdorff” Mitte Februar 1944 im „Generalgouvernement“ an der 2000 Soldaten der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS teilnahmen, verstärkt durch Polizeieinheiten.37

Der Rest der Division blieb im Lager Neuhammer, die anderswo ausgebildeten Teile wurden ebenso nach Neuhammer verbracht. Zum einjährigen Bestehen der Division besuchte Heinrich Himmler die Division ebendort.38 Als geschlossene Division – sie bestand im April 1944 aus rund 13000 Soldaten, 300 Offiziere, 670 Unteroffiziere –  ging es Ende Juni 1944 nach Brody/Броди in der Ukraine – die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1) hier einzusetzen machte Sinn, lag es doch inmitten des vom ukrainischen Nationalismus ersehnten Staatsgebiets. Zu diesem Zeitpunkt war die Wehrmacht an allen Fronten auf dem Rückzug, in Frankreich waren gerade die Alliierten gelandet, Rom bereits befreit. In diesem Einsatzgebiet zog die Rote Armee mehr als 80 Infanterie- und 10 motorisierte Divisionen zur „Lwiw-Sandomierz-Operation“ zusammen.39 Bis Mitte Juli 1944 waren die deutschen Truppen komplett eingeschlossen, nur kleine Teile konnten ausbrechen, von der nunmehr „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1)“ waren nicht mehr als 3000 Soldaten übrig.40 Die Division wurde in Neuhammer neu aufgestellt41 – man hatte ja Personal in Polizeiregimentern, Freiwilligen-Polizei-Regimentern, Schutzmannschaften und Einsatzgruppen “gepark”, aber auch auf Personal der KZs Belzec, Treblinka und Sobibor wurde zurückgegriffen42 -, bereits im September 1944 ging es in die Slowakei im Verbund mit (Waffen-)SS und Wehrmachtseinheiten, Ziel waren „PartisanInnen“ die vor allem aus Teilen der slowakischen bzw. tschechoslowakischen Armee bestanden. Littman weist darauf hin, dass sich die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1) vor allem im Aufspüren versteckter Juden und Jüdinnen “auszeichnete”. Die “galizische SS” hinterließ in der Slowakei einen besonderen Eindruck und wird in der Rückschau als die schrecklichste und brutalste “deutsche” Einheit erinnert. Die herannahende Rote Armee ließ diesen Einsatz bald obsolet werden, die Verbände wurden abgezogen. Am 31.1.1945 wurde die gesamte Division in die Steiermark verlegt, wobei der Weg zu Fuß zurückgelegt werden musste. 100 von rund 22.000 Soldaten desertierten auf diesem winterlichen Weg durch die Slowakei. Sie kamen dort im Februar 1945 an.43

„Als besonders grausam werden von Überlebenden die Angehörigen der ukrainischen Waffen-SS geschildert“

Schon ab Juni 1944 waren einzelne Einheiten der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1)“ für die Bewachung von ZwangsarbeiterInnen abgestellt worden. Bis zum Kriegsende verblieben einzelne Kleingruppen in Strasshof (Niederösterreich) und waren dort bis in den März 1945 hinein in den Transport von tausenden ZwangsarbeiterInnen involviert. Der Hauptteil des Verbandes bewegte sich mit in die Steiermark (samt „Untersteiermark“) und übernahm aber auch teils wieder dort Wachdienste über ZwangsarbeiterInnen.44

„Unsere Division begann seine Geschichte mit Blut schreiben“45

Zumindest für drei Massaker gibt es klare Hinweise auf eine Involvierung der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“: Das Huta-Pieniacka-Massaker (auch Huta Peniatska oder Guta Penjazkaja), das Massaker von Pidkamin und jenes von Palikrowy. Das Huta-Pieniacka-Massaker wurde von kanadischen, polnischen und ukrainischen staatlichen historischen Kommissionen mehrfach untersucht. Am frühen Morgen des 28.Februar 1944 wurde Huta Pieniacka von einem Regiment des „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ umstellt, Artillerie feuerte in das Dorf. Danach drangen Soldaten in das Dorf ein. Die BewohnerInnen, vor allem Frauen und Kinder, wurden in Scheunen gesperrt und diese angezündet.46 Dem Massaker ging schon ein Angriff auf das Dorf am 23.Februar 1944 vorraus, wobei jedoch zwei „Ukrainer“, vermutlich Angehörige der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“, getötet wurden.47 Der erste Angriff wurde durch Denunziationen ausgelöst, demnach im Dorf Juden und Jüdinnen versteckt seien, außerdem Waffen für PartisanInnen gehortet worden wären. Über die Zahl der Todesopfer gibt es unterschiedliche Angaben, sie reichen von 500 Toten und 50 Überlebenden bis hin zu 700-1500 Toten.48 Vielfach wird die Beteiligung von Angehörigen der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS in Frage gestellt oder aber behauptet die Angehörigen wären kurzfristig einer anderen Einheit unterstanden sein. Weitere Massaker mit Beteiligung ukrainischer militärischer Verbände, wobei es sich hier wiederum wahrscheinlich um Angehörigen der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS gehandelt hat, sind die Massaker von Pidkamin und Palikrowy.49

Für viele weitere Aktionen der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ gegen tatsächliche oder vermeintliche Rückzugspunkten von PartisanInnen oder diese unterstütztende Dörfer gibt es Hinweise auf Übergriffe und Erschießungen, auf die hier aber nicht mehr im Detail eingegangen werden soll. Auf die große Anzahl von Erschießungen von Juden und Jüdinnen, an denen Angehörige der “14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ vor ihrer Aufnahme in diese beteiligt waren, wurde bereits eingegangen. Meldungen der “Polnischen Heimatarmee”/Armia Krajowa an die polnische Exilregierung in London erwähnen mehrmals die galizische Waffen-SS-Division.50

Planänderung: Nationalismus fördern

Im Oktober 1944 war die Ukraine von der Roten Armee befreit worden. Ohne jede Hoffnung in absehbarer Zeit dort wieder einziehen zu können änderte die deutsche Führung51 ihre Ostpolitik und machte jenen Staaten und Menschen Zugeständnisse, die gar nicht mehr unter ihrer Kontrolle standen. Ein „Staatenbund“ aus eigenständigen, mit den Achsenmächten verbündeten Staaten, solle demnach einen Schutzwall um die Sowjetunion bilden. Vorrangig ging es aber darum die Personalreserven auszuschöpfen und, wenn die Bevölkerung schon nicht mehr an der Seite der Deutschen kämpfen wollten, so sie doch wenigstens anzuhalten trotzdem die Rote Armee zu bekämpfen. Der ukrainischen Bevölkerung musste man das nicht erklären, ihr starker Antikommunismus und Antibolschewismus ließ sie das sowieso tun. Sie entließ eine Gruppe ukrainischer Nationalisten aus den KZs in der Hoffnung dass diese ihren Kampf, den es 1941 zu verhindern galt, nun Ende 1944 fortsetzen würden, darunter die zwei Anführer der OUN-Splittergruppen Andrii Melnyk und Stepan Bandera.52 In dieser Phase der Umwälzung wurden verschiedene ukrainisch-nationalistische Komittees zugelassen und von verschiedenen deutschen Geheimdiensten bearbeitet;53 am 17.März 1945 – ein paar Wochen vor Kriegsende – entstand so auch ein „Ukrainisches Nationalkomittee“ (Український Національний Комітет)54 unter Leitung von Pavlo Shandruk.55 Relevanter noch war die Aufstellung der „Ukrainische National-Armee“, schon Mitte Jänner 1945 wurden die Vorbereitungen dafür getroffen aus der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ die erste Division dieser Armee zu machen.56 Nahe Berlin wurde sodann begonnen aus ukrainischen Kriegsgefangenen, Zivil- und Zwangsarbeitern und Ukrainern in anderen deutschen Einheiten eine zweite Division aufzustellen.57

Die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr.1)“ befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Neuaustellung, am 12. November 1944 wurde sie in „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ umbenannt und befand sich auf dem Fußmarsch von der Slowakei in die Steiermark. Die Steiermark war zu diesem Zeitpunkt um ein großes Gebiet Sloweniens rund um Maribor erweitert worden, der sog. “Untersteiermark”. Die riesige Division wurde in Folge im Gebiet zwischen Deutschlandsberg und Slovenska Bistrica (damals: Windisch-Feistritz) stationiert, befand sich also beidseits der heutigen österreichisch-slowenischen Grenze.58 Kein wirklich Glückgriff, war dieses Gebiet doch in fester Hand der „Narodnoosvobodilna vojska“/NOV, den PartisanInnen um Josip Broz-Tito. Wie alle anderen deutschen Einheiten, die gegen die kärntner-slowenischen PartisanInnen kämpften, war auch die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ von deren Taktiken überfordert, „sie trafen auf die nicht-klassische Kriegsführung der PartisanInnen – Guerillataktik, Sabotage und Angriffe auf die Versorgung im Hinterland –, die im Kontrast zur Konzentration der Wehrmacht auf starre Großangriffe stand.59 Auch die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ wurde mehrmals zu solchen Großoperationen und Kesselversuchen beigezogen, etwa am 8. März 1945 nördlich von Ljubljana/Laibach (Operation „Donnerwetter“).60 Auch alliierte Flugangriffe, aus Italien kommend, machten es dem Verband schwer Position zu wechseln.61

Ende März 1945 erhielt die Einheit dann den Auftrag, ihre Waffen an das 10. Fallschirmjäger-Regiment abzuliefern. Da sich diese Einheit gerade erst im Aufbau bzw. in Auffrischung befand konnte diese Entwaffnung abgewandt werden.62 Die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS“ sollte später mit eben diesem 10. Fallschirmjäger-Regiment noch zusammenarbeiten. Ende März wurde die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ im Zuge der Umwandlung in eine National-Armee mit einer ukrainisch-nationalistischen Legion, um die „Ukrainische Selbstverteidigungs-Legion Wolhynien“63, erweitert. Noch immer behielt sie aber ihren Verbandsnamen.

Befreiung von Feldbach

Feldbach wurde — wie andernorts bereits ausführlich dargestellt wurde64 — am 1.April 1945 von der Roten Armee befreit, aber nur schwach verteidigt zurückgelassen. Noch am selben Tag wurde die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ von der Wehrmachtsführung in den Raum um Feldbach verlegt und dem I. Kavalleriekorps unterstellt.65 Aufgabe der Einheit war es die Lücke zwischen zwei Großverbänden im Norden und Süden zu schließen, die verschiedenen Regimenter bezogen entlang der Gemeinden Feldbach, Gleichenberg, Straden und Kirchdorf Stellung.66 Am 5./6. April 1945 wurde Feldbach von Verbänden der Waffen-SS und Wehrmacht zurückerobert, darunter auch das 10. Fallschirmjäger-Regiment,67 dessen Verluste besonders hoch waren.68 Für die in der Gegend lagernden Wehrmachtsverbände stellt die Einheit der Waffen-SS eine unerwartete Unterstützung dar, war sie zahlenmäßig doch übermäßig groß und gut bewaffnet.69 Ein damals 19-jähriger SS-Freiwilliger darüber: “Feldbach war am Nachmittag des 5.April 1945 wieder fest in der Hand deutscher Soldaten. (…) Dieses war nur ein Beispiel von vielen, denn da wo die deutschen Soldaten sich zum Angriff sammeln konnten, lief der Gegner davon.”70

Ein psychologisches Problem stellte die Tatsache dar, dass die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ der „3. Ukrainische Front der Roten Armee“ gegenüberstand. Dies führte zu starken Einsatz von propagandistischen Durchsagen, Versprechen für Überläufer usw. zumal die Rote Armee ins Treffen führen konnte den Krieg offensichtlich zu gewinnen und die Ukraine längst befreit zu haben.71 Aus diesem Grund wurde die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ bald wieder abgezogen zumal die Rote Armee nicht weiter vordrang.

Kurz nach der Befreiung von Feldbach wurde der „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ ein Besuch ihrer Förderer aus dem Umkreis des neuen „Ukrainisches Nationalkomittees“ abgestattet (Fritz Arlt, Pavlo Shandruk), gleichzeitig dem Kommandeur mitgeteilt, dass bald eine erneute Umbenennung anstehen würde. Kommandant Fritz Freitag war darüber überhaupt nicht erbaut, nahm dies aber hin. Laut Littman trat fritz Freitag den Besuchern, insb. seinem neuen Vorgesetzten Pavlo Shandruk, nicht unter die Augen sondern schickte seinen Stellvertreter. Neulen übernahm zu diesem Zeitpunkt der ukrainische General Krat die Division.72

Die “14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ zog sich von Feldbach Richtung Graz zurück, in der Literatur wird aber mehrfach unterstrichen, dass sie sich bis zur Kapitulation an Kriegshandlungen beteiligt hat, so wird gleich 1956 festgehalten: “Die Division [leistete] bei Kriegsende unweit von Graz in Österreich einen unerwartet zähen Widerstand.”73

Nur nicht in die Hände der Roten Armee

Die alleinige Frage aller Verbände von Wehrmacht und (Waffen-)SS in diesen letzten Stunden des Dritten Reiches war: Wie der Gefangennahme durch die Rote Armee entgehen? Am 25. April 1945 wurde die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ in 1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee umbenannt. Sie trug diesen Namen bis zur Kapitulation also nur zwei Wochen. Rund um den 6. Mai 1945 begann der Rückzug der Einheit nach Westen, von Feldbach Richtung Graz, dann Richtung Völkermarkt. Ein Teil der Division wurde Radstadt von der US-Armee gestellt, ein anderer Teil in Spittal von der britischen Armee gefangen genommen.74 Es gelang den Offizieren sich und ihre Einheit als „galizische“, und daher polnische Soldaten, auszugeben, wodurch sie auch nach der Gefangennahme nicht an die Rote Armee übergeben wurden.75 Die letzten beiden Umbenennungen in „ukrainische Nr. 1“ bzw. „1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee“ stellten also die allergrößten Gefahren für die Einheit dar. Schlussendlich wurden alle im italienschen Rimini interniert, ein großer Teil wanderte nach Kanada und in die USA aus.76

Der Kommandeur der Einheit, SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Fritz Freitag, im September 1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet, beging am 10. Mai 1945 in Graz Selbstmord.77

Todesmärsche

Die Rückeroberung von Feldbach deckte, wie schon anderswo dargelegt wurde, die Durchführung der Todesmärsche. Zuerst wurden die gehfähigen ZwangsarbeiterInnen nach Graz getrieben, jene, die zu schwach waren von Volkssturm, HJ und Waffen-SS ermordet. Von Graz aus wurden sie ab Anfang April weiter nach Oberösterreich losgeschickt, wobei “nicht mehr marschfähigen ArbeiterInnen von den Wachmannschaften systematisch ermordet” wurden.79 Während die Mörder zumeist Angehörige des Volkssturms waren taten sich beim ersten Marsch Anfang April zwölf „Angehörige der ukrainischen Waffen-SS“ hervor. Ein weiterer Todesmarsch der von ukrainischen Waffen-SSler bewacht wurde, vermutlich ebenso ein größerer, startete am 26. oder 28.April 1945 mit Ausgangspunkt Graz-Liebenau.80

Der erste Todesmarsch von Graz startete am 4.4.1945.81 Einen Tag später schlug man im 35 Kilometer entfernten Feldbach die Rote Armee „heldenhaft“ zurück, um, wie es heißt: „die vielen Flüchtlinge, Verwundeten und zurückflutenden Heeresverbände vor einer Katastrophe zu bewahren .82 Tatsächlich dürften jene Angehörige von (Waffen-)SS und Wehrmacht in Feldbach und sonstwo vielmehr auch die Todesmärsche Richtung Oberösterreich, die von (Waffen-)SS und Volkssturm durchgeführt wurden, gedeckt haben.

Gedenken an die 14. Waffen-Grenadier-Division der SS

waffen-ss-ort

Das Denkmal für die Waffen-SS im Ortskern von Feldbach am Pfarrplatz, direkt neben der Kirche.

Die „14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)“ half also um Ostern 1945 die Stadt Feldbach zu befreien. Dafür wird ihr in der Stadt Feldbach an gleich drei Stellen gedacht: Auf der “Heldengedenkstätte” neben der Stadtpfarrkirche. In der Alten Pfarrkirche neben der Stadtpfarrkirche (laut Kameradschaftsbund die „Heldengedächtnisstätte“). Und am Soldatenfriedhof am Mühldorfer Friedhof.83 Die Tatsache, dass es sich dabei um eine Einheit der (Waffen-)SS gehandelt hat wird auf den Denkmälern jedoch verschwiegen und eine unauffällige Bezeichnung der Einheit gewählt, die diese nur in den letzten 14 Tagen vor der Kapitulation 1945 getragen hat.84

waffen-ss_muehldorf

Denkmal am Soldatenfriedhof Feldbach-Mühldorf für unbekannte und 17 bekannte (Waffen-)SS-ler.

Die Denkmäler für diese Einheit verwenden das originale Verbandsabzeichen dieser SS-Einheit, wobei die Verwendung dieses Emblems rechtlich nicht gedeckt sein dürfte.85 Die drei erwähnten Erinnerungsstätten erscheinen in vollem Glanz, der Goldschriftzug wurde vor nicht allzulanger Zeit restauriert.

waffen-ss-kirche

Links: Gedenktafel in der alten Feldbacher Pfarrkirche. Rechts oben mitten: Detail der Tafel. Rechts oben: Mützenabzeichen der 14. Waffen-SS-Div. Rechts unten mitten: Detail der Tafel. Rechts unten: Armschild der 14. Waffen-SS-Div.

Der steirische Kameradschaftsbund (ÖKB) spielt dieses Umbennungsspiel mit. In einer neuen Publikation wird für Feldbach beschrieben: „Besonderheiten: (…) das Denkmal für die gefallenen Soldaten der Ukraine im II.WK.“ Für die „Heldengedächtnisstätte“ in der „Alten Pfarrkirche“, umgebaut 1952, renoviert 1983, wird die Tafel für die Waffen-SS nicht extra herausgestrichen. Dafür findet man dort den Hinweis, dass „Gemeinsame Feiern aller Verbände und Bundesheer am 31.Oktober“ stattfänden, darüberhinaus die Betreuung „durch [die] Stadtgemeinde“ besorgt werden würde.86

Weil die Leute, die ich dort kennengelernt habe, anständige Leute sind.“

Dazu passt, dass Gerhard Kurzmann und Volker Zimmermann je ein Vorwort zu dieser ÖKB-Publikation beigesteuert haben. Gerhard Kurzmann, Landesrat im Land Steiermark, ist bekanntlich Mitglied der Kameradschaft der Waffen-SS (K IV)87 und zwar: „Weil die Leute, die ich dort kennengelernt habe, anständige Leute sind. Sie haben als Soldaten in einer sehr schwierigen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht verdient, ständig angeschüttet oder vernadert zu werden.“88 Im vorliegenden Vorwort meint er, es sei „ein Zeichen von Traditions- und Geschichtsbewusstsein etwa in Maleme auf Kreta jener österreichischen Fallschirmjäger zu gedenken, die als Wehrmachtsangehörige in jungen Jahren ihr Leben verloren.“89 Volker Zimmermann, der zweite erwähnte Vorwortspender, ist geschäftsführender Präsident des Steirischen ÖKB und hat sich im Jahr 2012 in der Frage Deserteure etwas tiefer in den ideologischen Gefühlshaushalt blicken lassen. Er meinte “Wenn Desertion als Kavaliersdelikt bezeichnet wird – ich muss nur finden, das Regime passt mir nicht -, dann kann ich einen Persilschein bekommen, jederzeit wegzugehen. Das geht eben nicht. Und da darf man auch kein optisches Signal dafür setzen.“ ORF-Journalist Peter Babutzky fragte im REPORT dann nochmal genauer nach: “Aber ist es nicht sehr unangebracht, das Naziregime mit der heutigen Zweiten Republik zu vergleichen?“ Darauf Zimmermann: “Natürlich. Das Naziregime ist ein Horror gewesen, ja, es ist schrecklich. Aber es gibt Leute, die finden das, was wir jetzt haben, auch schrecklich.“90

Gedenken für die „anderen“?

fh1Um das Bild abzurunden muss man sich nun noch dreierlei anschaun. Erstens ob es Kritik an diesem Gedenken an die Waffen-SS gibt: Gibt es in Ansätzen: Im Zuge eines Stadtspaziergangs des Vereins “ISOP” wird die Tatsache, dass es sich dabei um einen Verband der Waffen-SS gehandelt hat zumindest erwähnt.91
Zweitens ob es für die jüdischen Opfer in Feldbach ein Form von Erinnerung oder Gedenken gibt. Wir konnten keines finden, auch die Aufarbeitung und Basis dafür ist mangelhaft: Zwar gibt es regionale Arbeiten, aber keine zu Feldbach selbst. Die Unterbringung der jüdischen ZwangsarbeiterInnen im Barackenlager der Waffen-SS wie auch im ehemaligen Kloster sind Fußnoten in wissenschaftlichen Arbeiten, vor Ort erinnert nichts an diese Geschichte.
Drittens: Wenn Wehrmacht und (Waffen-)SS „heldenhaft“ einmal die Stadt Feldbach zurückerobert hat, bleibt die Frage wie und wo die Stadt Feldbach seinen zweimaligen BefreierInnen – den Soldaten und Soldatinnen der Roten Armee – dankt. Dieses Denkmal gibt es tatsächlich: Im letzten Eck des Soldatenfriedhofs Feldbach, hinter Büschen und bedeckt mit Dreck liegt die Gedenktafel für die BefreierInnen Österreichs und BefreierInnen Feldbachs.

Revisionismus und Größenverhältnis

Einer Einheit der (Waffen-)SS ein Denkmal zu setzen unterstützt den Revisionismus, wie er von Teilen der Kriegsgeneration bis heute propagiert wird. Der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg sprach 1946 neben verschiedenen Polizeiformationen (SD, Gestapo) die gesamte SS (Allgemeine-, Totenkopf-, Waffen-) schuldig und bezeichnete sie als kriminelle Organisationen. Es sollte für eine österreichische Gebietskörperschaft, wie die Stadt Feldbach, denkunmöglich sein, einer solchen Einheit ein Denkmal zu setzen. Gleiches gilt für das österreichische Bundesheer, das jedes Jahr vor den Denkmälern aufmarschiert, oder die Kirche, die die Tafel auf Kriegerdenkmal und in der Pfarrkirche betreut.

Die “14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1)” bestand aus rund 15.000 Soldaten, ihre Mitglieder werden in Feldbach als ukrainische Nationalisten gefeiert. 4,5 Millionen UkrainerInnen kämpften in der Roten Armee, mehrere hunderttausend in den westlichen Allierten Streitkräften, alleine in der kanadische Armee kämpften 40.000 UkrainerInnen. 1,4 Millionen ukrainische Kriegsgefangene starben in deutschen Kriegsgefangenenlager, 7 Millionen UkrainerInnen starben während der deutschen Besatzung. Wie kann man auf die Idee kommen, gerade ersterer Gruppe ein Andenken zu stiften?

Von L. Berwald und M. N. Thaler (Pseudonyme) 20.März 2013.

Unterartikel zu diesem Beitrag:

Quellen:

1 Vgl. Hackauf, Rainer: Politische Elitesoldaten. In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 160-170, hier S. 164f. (Im Folgenden kurz: Hackauf: Elitesoldaten)

2 Vgl. Hanusiak, Michael: Ukrainischer Nationalismus. Theorie und Praxis. Wien, 1979. S. 9f. (Im Folgenden kurz: Hanusiak: Ukrainischer)

3 Vgl. Müller, Rolf-Dieter: An der Seite der Wehrmacht. Berlin, 2007. S. 193. (Im Folgenden kurz: Müller: An der Seite)

4 Vgl. Müller: An der Seite, S. 193, 197. Dem OUN-Programm ist dazu zu entnehmen: „Während der Periode der Konfusion und des Chaos ist es zulässig unerwünschte polnische, russische und jüdische Elemente zu liquidieren.“ Hanusiak: Ukrainischer, S. 11.

5 Vgl. Müller: An der Seite, S. 194. Neulen, Hans Werner: An deutscher Seite. Internationale Freiwillige von Wehrmacht und Waffen-SS. München, 1985. S. 308f. (Im Folgenden kurz: Neulen: Freiwillige)

6 Hackauf: Elitesoldaten, S. 164.

7 Vgl. Heiber, Helmut: Hitlers Lagebesprechungen. Die Protokollfragmente seiner militärischen Konferenzen 1942-1945. Stuttgart, 1962. S. 938f. Hunczak, S. 53.

8 Vgl. Neulen: Freiwillige, S. 308.

9 Vgl. Hunczak, Taras: On the horns of a dilemma. The story of the Ukrainian Division Halychyna. Lanham, 2000. S. 8. (Im Folgenden kurz: Hunczak: Ukrainian Division) Müller: An der Seite, S. 203. Reitlinger, Gerald: Die SS. Tragödie einer deutschen Epoche. Wien, et al., 1956. S. 202. (i.F.k.: Reitlinger: SS) Littman hingegen stellt dies in Abrede, vgl. Littman, Sol: Pure Soldiers or sinister Legion. Montréal, 2003. S. 65. (i.F.k.: Littmann: Soldiers)

10 Vgl. Müller: An der Seite, S. 192.

11 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 3, 5. Müller: An der Seite, S. 193-194, 199. Neulen: Freiwillige, S. 306f.

12 Vgl. Müller: An der Seite, S. 193, 197. Hanusiak: Ukrainischer, S. 9f.

13 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 3. Müller: An der Seite, S. 193. Neulen: Freiwillige, S. 309.

14 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 13.

15 Vgl. Müller: An der Seite, S. 200. Neulen: Freiwillige, S. 310f.

16 Vgl. Neulen: Freiwillige, S. 310.

17 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 11. Auch: Melnyk: To battle, S. 35-37.

18 Vgl. Müller: An der Seite, S. 201. Neulen: Freiwillige, S. 312. Bei Melnyk sind es am 30. Oktober 1943 insgesamt rund 13.000 Soldaten. Vgl. Melnyk: To battle, S. 59.

19 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 13.

20 Hunczak: Ukrainian Division, S. 14.

21 Hunczak: Ukrainian Division, S. 14.

22 Neulen: Freiwillige, S. 312.

23 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 33. Die Zahlen sind in der Literatur hier teils massiv verschieden. Etwa bei Müller: 84.000, siehe Müller: An der Seite, S. 201. Bei Neulen 80.000, vgl. Neulen: Freiwillige, S. 311. Bei Melnyk: Am 8.Mai 1943 32.000 freiwillige Meldungen, davon 26.000 akzeptiert; am 14.Mai 1943 38.000 freiwillige Meldungen; am 25.Mai dann 82.000 freiwillige Meldungen, davon 52.875 akzeptiert. Vgl. Melnyk: To battle, S. 35-36.

24 Vgl. Neulen: Freiwillige, S. 311, auch: Hunczak: Ukrainian Division, S. 35. Auch Melnyk: To battle, S. 36.

25 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 61-62. Und Melnyk: To battle, S. 51. Der Verband war in der Kaserne Kuhberg offiziell Teil des SS-Panzer-Grenadier-Ausbildungs- und Ergängungs-Battallions 10 (SS-Pz.Gren.Ausb.u.E. Btl. 10), in Brno wurden nur 3 Regimenter gebildet, in Heidelager dann bereits alle zwölf Regimenter (neun Infanterie, drei schwere Waffen). Vgl. Melnyk: To battle, S. 51. Die Ausbildung in Heidelager fand hingegen als “SS-Ausbildungs-Battallion z.b.V.” statt. Vgl. Melnyk: To battle, S. 54 u. 59. Die Regimenter wurden zuerst innerhalb der Division durchnummeriert, Ende 1943 wurden dann die Regimenter gesamt durchnummeriert sodass die drei Hauptregimenter der 14. Waffen-Grenadier- Division der SS (Galizische Nr. 1) nun waren: SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimenter 29, 30 und 31. Vgl. Melnyk: To battle, S. 61.

26 Vgl. Littmann: Soldiers, S. 3, 52 u. 54. Vgl. Melnyk: To battle, S. 36.

27 Vgl. Rudling, Per Anders: „They Defended Ukraine“: The 14. Waffen-Grenadier- Division der SS (Galizische Nr. 1) Revisited. In: The Journal of Slavic Military Studies, Nr. 25/3, S. 329-368 , hier S. 342. Online: http://dx.doi.org/10.1080/13518046.2012.705633. (Im Folgenden kurz: Rudling: Revisited)

28 Hier sei etwa SS-Hauptsturmführer Heinrich Wiens angeführt: Wiens war Teil der Einsatzgruppen D (Einsatzkommando 12) und dort an der Ermordungen von Juden und Jüdinnen, PartisanInnen, aber auch von “Patrioten”, direkt beteiligt. Er kam 1944 zur 14. Waffen-Grenadier- Division der SS (Galizische Nr. 1), wurde rasch zu einem hohen Offizier (Ic/a). Vgl. Melnyk: To battle, S. 106-107+353. Auch bei Littman sind zwei Biografien abgedruckt, vgl. Littmann: Soldiers.

29 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 63. Sowie Reitlinger: SS, S. 91. Auch Melnyk: To battle, S. 52, 63. Mitte 1944 war kurz SS-Oberführer Nikolaus Heilmann Kommandeur, nicht alle Quellen führen dies an. Zu den Erschießungen ist bei Melnyk zu lesen, dass Freitag während des Überfalls auf Russland Teil einer SS-Einheit war und in einem Bericht vom 24.August 1941 berichtete, 114 Gefangene gemacht zu haben, 283 Juden erschossen zu haben und 2 Pistolen, 3 schwere und 6 leichte Maschinengewehre erbeutet zu haben. Es liegt uns dazu leider nicht das Originalzitat vor. Vgl. Melnyk: To battle, S. 64.

30 Hunczak: Ukrainian Division, S. 10, 53.

31 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 53.

32 Vgl. Heiber, Helmut: Hitlers Lagebesprechungen. Die Protokollfragmente seiner militärischen Konferenzen 1942-1945. Stuttgart, 1962. S. 940f.

33 Vgl. Rudling: Revisited, S. 342. Auch Melnyk: To battle, S. 57.

34 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 68.

35 Vgl. ebd., S. 68-72. Siehe jeweils auch Neulen: Freiwillige, S. 312. Auch Melnyk: To battle, S. 103. Melnyk nennt als Einheiten das 1.-3. Battallion der Kampfgruppe sowie das 5. Regiment der Division.

36 Vgl. Littmann: Soldiers, S. 54, 56.

37 Melnyk: To battle, S. 97-98.

38 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 73. Die nicht in Brno/Heidelager/Neuhammer ausgebildeten Einheiten wurden laut Melnyk u.a. in den Niederlanden und in Frankreich ausgebildet. Vgl. Melnyk: To battle, S. 112.

39 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 82. Zu der Größenangabe vom April 1944 vgl. Melnyk: To battle, S. 107.

40 Vgl. Müller: An der Seite, S. 201. Neulen: Freiwillige, S. 312. Für genauen Ablauf der Operation vgl. Melnyk: To battle, S. 149-178.

41 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 103f. Auch Melnyk: To battle, S. 178.

42 Vgl. Neulen: Freiwillige, S. 312. Detailiert bei Littmann: Soldiers, S. 66. Das waren: Schutzmannschaft-Bataillon 201 und 204, Freiwilligen-SS-Polizei-Regimenter 4, 5, 6, 7 und 8. Zu den KZs: Siehe ebendort S. 84.

43 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 106-107, 116. Littmann: Soldiers, S. 86.  Melnyk: To battle, S. 217-218.

44 Vgl. Lappin-Eppel, Eleonore: Die Rolle der Waffen-SS beim Zwangsarbeitseinsatz ungarischer Juden im Gau Steiermark und bei den Todesmärschen ins KZ Mauthausen (1944/45). In: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Jahrbuch 2004, Wien 2004, S. 77–112, hier 99f. (im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Waffen-SS) (Gibts auch online.)

45 Rückübersetzung des Zitats „Our division began to write its history with blood“ als Selbstkommentierung des Massakers in Huta-Pieniacka. Vgl. Investigation into the Crime committed at the Village of Huta Pieniacka. Online: http://ipn.gov.pl/en/commission/selected-investigations/investigation-into-the-crime-committed-at-the-village-of-hut. Das Originalzitat liegt uns leider nicht vor.

46 Vgl. Rudling: Revisited, S. 347. Auch Investigation into the Crime committed at the Village of Huta Pieniacka, wie oben.

47 Vgl. Rudling: Revisited, S. 348. Auch Melnyk: To battle, S. 102f.

48 Vgl. Rudling: Revisited, S. 348. Auch Melnyk: To battle, S. 102f.

49 Leider gibt es dafür keine deutsch- oder englischsprachige Literatur sondern nur die englische und polnische Wikipedia-Einträge: Pidkamin-Massaker und Palikrowy-Massaker.

50 Vgl. ebd., S. 354f. Littman: Soldiers, S. 78.

51 Bis zum Schluss war die deutsche Führung aber uneins und gespalten. Die Wehrmacht und die Geheimdienste förderten die Idee der nationalen Widerstandsgruppen weitaus stärker als dies Hitler tat. Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 122-123.

52 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 125.

53 Vgl. ebd., S. 119.

54 Vgl. ebd., S. 119.

55 Vgl. ebd., S. 119. Müller: An der Seite, S. 202.

56 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 128.

57 Vgl. ebd., S. 131.

58 Vgl. ebd., S. 137f. Melnyk: To battle, S. 233.

59 Lichtenwagner, Mathias: „…in Uniform nach Jugoslawien desertiert…um nicht deutscher Soldat zu werden.“ In: AK gegen den kärntner Konsens: Friede, Freude, Deutscher Eintopf. Wien, 2011. S. 293-314, hier S. 297.

60 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 140.

61 Vgl. ebd., S. 137. Auch Melnyk: To battle, S. 217.

62 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S.142.

63 Vgl. ebd., S. 144-145.

65 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 147. Auch: Puntigam, Josef Paul: Vom Plattensee bis zur Mur – die Kämpfe 1945 im Dreiländereck. Feldbach, 1993. S. 163. (Im Folgenden kurz: Puntigam: Kämpfe 1945)

66 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 147f. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 163.

67 Dem Einsatz dieser Einheit verdanken wir die jährliche Kreta-Feier in Feldbach.

68 Vgl. Soherr, Karl: Schicksal der 10. Fallschirmjägerdivision. Manuskript, o.O., o.D. Online: http://www.kameradschaftedelweiss.at/seiten/ortsverbaende/feldbach/10_fschjgdiv/seite_1.htm Im Archiv der AutorInnen. S. 6.

69 Vgl. Puntigam: Kämpfe 1945, S. 163.

70 Karrer, Othmar und Praßl, Johann: So war es 1945. 50 Jahre Kriegsende in der Südoststeiermark, 1945-1995. S. 74. (Im Folgenden kurz: Karrer: 1945)

71 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 151.

72 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 145f. Und Neulen: Freiwillige, S. 313. Littman: Soldiers, S. 93.

73 Vgl. Reitlinger: SS, S. 203, Fn 41.

74 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 152-154.

75 Vgl. Müller: An der Seite, S. 203.

76 Vgl. Müller: An der Seite, S. 203. Neulen: Freiwillige, S. 314.

77 Vgl. Hunczak: Ukrainian Division, S. 63.

79 Vgl.Lappin-Eppel: Zwangsarbeiter, S. 82

80 Vgl. Lappin-Eppel, Eleonore: Der Zwangsarbeitseinsatz und die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden 1944/45. In: Klambauer, Karl: Holocaust in education in Centrope: Spurensuche zwischen Vergessen und Erinnern. Wien, 2011. S. 107-117, hier S. 115. (im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Todesmärsche). Siehe auch Lappin-Eppel: Waffen-SS, S. 104.

81 Vgl. Lappin-Eppel, Eleonore: Der Zwangsarbeitseinsatz und die Todesmärsche ungarischer Jüdinnen und Juden 1944/45. In: Klambauer, Karl: Holocaust in education in Centrope: Spurensuche zwischen Vergessen und Erinnern. Wien, 2011. S. 107-117, hier S. 115. (im Folgenden kurz: Lappin-Eppel: Todesmärsche)

82 Militärfallschirmsprungverbund Ostarrichi: Einladung Heldengedenkfeier am 21. Mai 2011. O.O., o.D. Kopie im Archiv der AuorInnen. Online: http://www.milf-o.at/fallschirmjägerdenkmal-auersberg , Zugriff 23.02.2011, derzeit nicht mehr online.

83 Vgl. Österreichischer Kameradschaftsbund Landesverband Steiermark: Mahnmale und Kriegerdenkmäler in Steiermark. Graz, 2012. S. 122, 147. Ein weiteres Denkmal für diese Einheit befindet sich in Bad Gleichenberg, vgl. ebd. S. 110. (im Folgenden kurz: ÖKB: Kriegerdenkmäler)

84 Die “14. Waffen-Grenadier-Division der SS (ukrainische Nr. 1)” wurde am 25. April 1945 in “1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee” umbenannt. Diese Bezeichnung trug sie bis zum 8.Mai, also 14 Tage.

85 Wir denken da etwa an §1 des Abzeichengesetzes, ein Vorsatz für ein Vergehen nach dem Verbotsgesetz dürfte hingegen kaum vorliegen.

86 Vgl. ÖKB: Kriegerdenkmäler, S. 121.

87 Vgl. Artikel: “Die Familie ist blitzartig abzuschieben”, 27. Juni 2010, online: http://derstandard.at/1277336848470/STANDARD-Interview-Die-Familie-ist-blitzartig-abzuschieben

88 Vgl. ebd.

89 ÖKB: Kriegerdenkmäler, S. VII.

90 Abgeschrieben von: Klenk, Florian: Der Ehrenpräsident des Kameradschaftsbunds will kein “Dolm“ sein. In: Falter, Nr.18, 2012, vom 02.05.2012, S. 21.

91 Trummer, Regina: Nicht Toleranz, sondern Respekt. “Kleine Zeitung” vom 24.07.2008, S. 27. Kopie im Archiv der AutorInnen

Bildquellen:

Die Angabe der Bildquellen geben Auskunft über Herkunft und Rechte der Fotos. Die Rechte aller Bilder, die keine Kennzeichnung tragen, liegen beim ‘AK Hinterland’. Eine Verwendung dieser Bilder bzw. der Screenshots ist nur nach Zustimmung des ‘AK Hinterland’ zulässig. Es tut uns auch leid für diese grauen “AK Hinterland”-overlays – diese sollen vermeiden, dass unsere Bilder auf Seiten von Faschos und Militaristen landen. Wer die Bilder ohne overlays haben will soll sich bitte melden.

Bildquelle 1 Bundesarchiv, online: http://www.bild.bundesarchiv.de. Grafiker: MM, Plak 003-025-061. Rechte für das Bild liegen beim Bundesarchiv.

Bildquelle 2 Bundesarchiv, online: http://www.bild.bundesarchiv.de. Fotograf: Kurt Alber, Bild 101III-Alber-174-26A. Rechte für das Bild liegen beim Bundesarchiv.

Bildquelle 3 Bundesarchiv, online: http://www.bild.bundesarchiv.de. Grafiker: PAL-PZL, Plak 003-025-052. Rechte für das Bild liegen beim Bundesarchiv.

Advertisements